Alle Dörfer bleiben

Berverath

„Der Weg zu allem Großen geht durch die Stille“ – Nietzsche

Berverath ist ein kleiner, ländlicher Ortsteil im östlichen Stadtgebiet von Erkelenz. Es ist, mit seinen 118 Einwohnern, ein „Einstraßendorf“, in dem jedes Haus und jeder Hof einen Garten mit Feldblick genießt. Das Dorf liegt, wie eine kleine Insel, umgeben von Feldern abseits der überörtlichen Verkehrswege und strahlt eine besondere Art von Idylle aus.

Der Name Berverath geht auf einen Rodungshof zurück, als Berveldroide im Jahr 1377 das erste Mal urkundlich erwähnt. Berveld ist auf den altdeutschen Personennamen Beroald (Bärwald) zurückzuführen. Der Hof existiert heute noch in der Ortsmitte gegenüber der Kapelle St. Josef, die zwischen 1909 und 1912 im Auftrag von Joseph Jansen aus Berverath auf seinem Besitz errichtet wurde um sie in einem Brief 1912 an die Pfarre Keyenberg, zu der das Dorf gehörte, zu verschenken. Die Kapelle steht, sowie weitere Gebäude unter Denkmalschutz. Zum 100. Geburtstag der Kapelle organisierte die Berverather Dorfgemeinschaft 2012 ein überregionales Fest und noch heute kümmern sich die Berverather ehrenamtlich, selbstständig um die Instandhaltung und Pflege der Kapelle. Das Vereinsleben ist hauptsächlich angelehnt an das in Keyenberg, sowie Kuckum oder auch Holzweiler. Die Berverather legten jedoch immer viel Wert auf eigene, unabhängige Traditionen, wie z.B. das Maifest, das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaums vor der Kapelle und seit einigen Jahren das Veranstalten eines eigenen, kleinen St.Martinszuges.

Seit dem 01.12.2016 besitzt der Ort den Umsiedlungsstatus. Die bergbauliche Inanspruchnahme erfolgt ab dem Jahre 2023. Von den ca. 40 Haushalten sind zum heutigen Zeitpunkt 3 bereits umgesiedelt, davon niemand nach Neu- Berverath. Die meisten Bewohner Berveraths sind seit mehreren Generation vor Ort und kämpfen von Anbeginn gegen die Umsiedlung durch RWE. Viele von ihnen halten dem Druck und der neuen Unsicherheit, ob durch das Ergebnis der Kohlekommission ein Erhalt der Dörfer möglich ist, nicht mehr stand und werden innerhalb der nächsten Jahre mit gebrochenem Herzen den Ort verlassen. Andere widerum, die noch Kraft besitzen, schliessen sich dem Kampf gegen die Umsiedlung, für das Klima, für ihre Heimat auf verschiedenste Weisen an.

Autorin: Dorothée Laumanns