Alle Dörfer bleiben

Pressemitteilungen

Erkelenz. Auf einem von der Abbaggerung bedrohten Bauernhof in Keyenberg am Tagebau Garzweiler spielten heute 58 Profi-Musiker*innen Beethovens 6. Symphonie („Pastorale“). Um Abstand halten zu können, saßen sie dabei auf dem Gelände verteilt: auf der Wiese, zwischen Strohballen und landwirtschaftlichen Geräten, im denkmalgeschützten Innenhof. Das Freiluft-Wandelkonzert war ein Beitrag zum „World Pastoral Project“ der Vereinten Nationen, zu dem Musiker*innen dazu aufgerufen sind, mit der Pastorale ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen. Aufgrund der Corona-bedingten Auflagen war die Zahl der Gäste auf 150 beschränkt.

„Die Unterstützung der Musiker und die begeisterte Rückmeldung der Gäste stärken uns den Rücken. Wir werden weiter dafür kämpfen, dass dieser wunderschöne Ort erhalten bleibt, genauso wie alle Dörfer an den Braunkohle-Tagebauen, die noch von Abbaggerung bedroht sind“, sagt Norbert Winzen, dessen Familie seit Generationen auf dem denkmalgeschützen Hof in Keyenberg lebt.

„Die Kohle unter unseren Dörfern muss im Boden bleiben“, sagt Dorothee Cueppers aus dem ebenfalls bedrohten Dorf Berverath. „Wenn RWE weiterbaggert, zerstört der Konzern nicht nur unsere Dörfer, sondern auch das globale Klima. Das werden wir nicht zulassen. Und wenn der Naturfreund Beethoven noch lebte, würde er an unserer Seite kämpfen.“

Eine aktuelle Studie des Deutschen Wirtschaftsinstitutes (DIW) zeigt, dass aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler II ab Januar 2020 nur noch insgesamt 280 Mio t Braunkohle gefördert werden dürfen, wenn die globale Erwärmung auf maximal 1,75 Grad begrenzt werden soll. Diese Menge Kohle könnte abgebaut werden, ohne die Dörfer an den Tagebauen abzureißen.

 

Kontakt:

Norbert Winzen 0173-6642108
Organisatorische Rückfragen: Dorothee Häußermann 0179-4379352

presse@alle-doerfer-bleiben.de
www.twitter.com/AlleDoerfer

Weitere Informationen:

Keyenberg/NRW. Am Pfingstmontag, den 1. Juni 2020 um 13 Uhr lädt das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ zu einem Konzert der besonderen Art ein. Auf einem von Abbaggerung bedrohten Hof in Keyenberg spielen über 50 Profi-Musiker*innen Beethovens 6. Symphonie („Pastorale“) und den ersten Satz der Schicksalssymphonie. Mit dem Corona-konformen Freilluft-Wandelkonzert setzen die Musizierenden ein Zeichen für den Erhalt der Dörfer am Braunkohletagebau und für den Klimaschutz.

Das Konzert ist ein Beitrag zum „World Pastoral Day“ des UN-Klimaschutzsekretariats am 5. Juni 2020, zu dem Musiker*innen in aller Welt dazu aufgerufen sind, die Pastorale mit einem Statement zum Klimaschutz zu verknüpfen. Das Orchester wurde eigens zu dem Anlass auf private Initiative eines Bratschisten zusammengestellt. Es ist das erste Klassik-Konzert in dieser Größenordnung seit den Lockerungen der Corona-Verordnungen.

„Die ‚Pastorale‘ ist ein Lob der Natur und der Aufruf, die Schöpfung zu wahren“, sagt Dorothee Cüppers aus dem bedrohten Dorf Berverath. „Wenn Beethoven wüsste, wie RWE die Landschaft und das globale Klima zerstört, würde er an unserer Seite kämpfen.“

„Aus wissenschaftlicher Sicht ist klar, dass die Kohle unter unseren Dörfern nicht mehr benötigt wird, um die Stromversorgung in Deutschland zu decken“, kommentiert David Dresen von „Alle Dörfer bleiben“ mit Verweis auf ein aktuelles Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). „Zwangsumsiedlungen sind nicht nur unmenschlich, sondern auch einfach nicht mehr notwendig.“

Damit die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet ist, stehen die Musiker*innen auf dem Gelände des Hofes verteilt. Um auch bei weitem Abstand die Synchronität des Orchesters sicherzustellen, hören die Musiker*innen die Gesamt-Symphonie über Kopfhörer. Die Besucher*innen können mit Mund-Nasen-Schutz an der Klanginstallation entlang spazieren.

Damit alle Beteiligten Abstand zueinander einhalten können, ist die Anzahl der Besucher*innen auf 150 beschränkt. Das Konzert wird außerdem per Livestream übertragen: https://www.alle-doerfer-bleiben.de/beethoven-livestream/

Sie sind herzlich eingeladen, an dem Konzert teilzunehmen und darüber Bericht zu erstatten. Pressevertreter*innen benötigen kein Ticket, doch wir bitten um eine kurze Anmeldung, wenn Sie kommen möchten.

Wann: 01.06.2020 um 13 Uhr (bis ca 14 Uhr)
Was: Beethovens 6. Symphonie und Auszüge aus der 5. Symphonie
Wo: Keyenberg bei Erkelenz, NRW .

Weiterführende Informationen:
Das aktuelle Gutachten des DIW zur energiewirtschaftlichen Notwendigkeit
des Tagebau Garzweilers:
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s02901_gp_tagebau_garzweiler_studie_05_2020.pdf

Infos zum „World Pastoral Day“ bzw. zum „Beethoven Pastoral Project“ finden Sie hier:
https://www.bthvn2020.de/programm/beethoven-pastoral-project/
https://pastoralproject.org/

Erkelenz. Am Pfingstmontag erklingen in Keyenberg Auszüge aus Beethovens Werk, gespielt von über 50 Spitzen-Berufsmusiker*innen aus dem Rheinland. Als Beitrag zum „World Pastoral Day“ des UN-Klimasekretariats setzen die Musizierenden zusammen mit dem Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ ein Statement für den Erhalt der Dörfer und gegen den Braunkohletagebau. Das Orchester spielt Beethovens 6. Symphonie („Pastorale“) in einem Freiluft-Wandelkonzert auf einem von der Abbaggerung bedrohten Bauernhof. Es ist das erste Klassik-Konzert in dieser Größenordnung seit den Lockerungen der Corona-Verordnungen.

„Die Pastorale ist ein Ausdruck von Beethovens Naturverbundenheit. Was hätte der Komponist zum Klimawandel und zum Abbaggern unserer Dörfer gesagt? Die Verstromung der Braunkohle nimmt uns nicht nur unsere Höfe und Häuser, sie ist auch eine massive Bedrohung für die Natur!“, so Dorothee Cüppers aus dem bedrohten Dorf Berverath.

Das Konzert ist ein Beitrag zum „World Pastoral Day“ am 5. Juni 2020, zu dem Musiker*innen aufgerufen sind, die Pastorale mit einem Statement zum Klimaschutz und zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zu verknüpfen. Eigens für diesen Anlass wurde auf Initiative eines Musikers des Beethoven-Orchesters Bonn ein hochklassiges Symphonieorchester aus den Spitzen-Berufsmusikern des Rheinlands zusammengestellt.

Um die Sicherheit in Zeiten der Corona-Pandemie zu gewährleisten, hat sich das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ ein besonderes Konzept überlegt: Die Musiker*innen stehen auf dem Gelände des Hofes verteilt und spielen die Pastorale synchron. Die Zuhörenden können, mit viel Abstand und  Mund-Nasen-Schutz ausgestattet, den Klangpfad entlang spazieren und so die Musik Beethovens in einem ganz neuen Zusammenhang entdecken. Ludwig von Beethoven wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden.

Erste Tickets für das Konzert in Keyenberg gibt es am Freitag, den 22. Mai. Wer zwischen 11 und 12 Uhr gelb gekleidete Menschen auf dem Wochenmarkt in Erkelenz mit der Losung „Alle Dörfer bleiben“ anspricht, kann gegen Spende eine Konzertkarte bekommen. Ohne Karte ist der Zugang zu dem Konzert leider nicht möglich, da nur so sicher gestellt werden kann, dass die maximal zulässige Anzahl an Gästen nicht überschritten wird.

Kontakt und weitere Informationen:

Norbert Winzen: 0173 6642108

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Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ kündigt für Freitag, den 8. Mai um 18 Uhr unter dem Motto „Abstand halten – zu Virus und RWE“ erneut eine Menschenkette am Tagebau Garzweiler an. Letzte Woche hatte das Verwaltungsgericht Aachen eine ähnliche Versammlung des Bündnisses verboten. Aktive von „Alle Dörfer bleiben“ kritisieren die Entscheidung des Gerichtes scharf und werfen dem Kohlekonzern RWE vor, im Schatten der Coronakrise mit erhöhtem Tempo auf die bedrohten Dörfer im Rheinland zuzubaggern.

„Es ist ein Skandal, dass unsere letzte Menschenkette verboten wurde! Bei IKEA standen Hunderte in der Schlange – wir wollten mit nur 50 Menschen und strengen Abstands- und Hygieneregeln am Tagebaurand demonstrieren. RWE baggert täglich näher an Keyenberg heran und reißt in Lützerath schon Häuser ab. Wir müssen und werden demonstrieren. Es ist unser Grundrecht!“ bekräftigt Dorothee Cueppers aus dem bedrohten Dorf Berverath.

Das Bündnis hat die neue Menschenkette für 30 Personen angemeldet und lädt, wie bereits bei der letzten Aktion, nicht offen zur Teilnahme ein. Mit Blick auf die Leitentscheidung zur Braunkohle gehen die Aktiven von „Alle Dörfer bleiben“ von weiteren Protesten aus: „Die Landesregierung bereitet derzeit einen Entwurf zur neuen Leitentscheidung vor, darin wird auch über den Erhalt unserer Dörfer entschieden. Wir sind direkt betroffen, dürfen aber nicht mit am Verhandlungstisch sitzen. Wenn wir weiterhin so ignoriert werden, werden wir auch weiter protestieren müssen,“ so David Dresen aus Kuckum.

Die verbotene Demonstration in der vergangenen Woche hielt die Anwohner*innen nicht auf: Gelbe Bänder, die ursprünglich benutzt werden sollten, um in der Menschenkette Abstand zu halten, wurden in kürzester Zeit mit den Namen von über 300 Unterstützer*innen beschriftet und an einem eigenen Maibaum in Keyenberg angebracht.

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David Dresen: 0178 2334959

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Aachen. Das Verwaltungsgericht Aachen hat eine für den heutigen Tag geplante Demonstration von „Alle Dörfer bleiben“ untersagt. Das Bündnis von Tagebau-Betroffenen hatte für maximal 50 Teilnehmende eine Menschenkette mit drei Metern Abstand und Mundschutz am Rande des Tagebaus Garzweiler angemeldet. Das Gericht rechtfertigte die Entscheidung unter anderem damit, dass eine Demonstration am Vorabend des 1. Mai eine „Attraktion“ darstelle. Weiter heißt es in der Begründung, dass es für den Protest keinen Grund zur Eile gebe, da RWE ja auch in Zukunft noch Kohle abbaue. Anwohnende der bedrohten Dörfer zeigen sich bestürzt über die Begründungen des Gerichts. „Alle Dörfer bleiben“ will zeitnah erneut eine Menschenkette anmelden.

„RWE baggert Tag und Nacht und hält seit Beginn der Corona-Krise frontal auf unser Dorf zu – und das obwohl momentan kaum noch Kohle verbrannt wird. Dennoch ist das Gericht der Meinung, es sei uns zuzumuten, in dieser Situation auf unser Versammlungsrecht zu verzichten. Das ist unglaublich. Für uns ist auf jeden Fall klar: Wir lassen uns nicht kleinkriegen, unsere nächste Menschenkette ist schon in Planung.“ so Helmut Kehrmann aus Keyenberg.

Sabine Hollax aus Holzweiler ergänzt: „Ich habe Angst um unsere Demokratie, wenn in Krisenzeiten derart massiv und willkürlich in die Grundrechte der Bürger eingegriffen wird. Besonders merkwürdig sind die Ausführungen des Gerichts dazu, dass wir keine drei Meter Abstand einhalten könnten, weil wir die zwischen uns gespannten Bänder verlieren oder ‚durchhängen‘ lassen könnten. Das wirkt, als hätten die Richter krampfhaft nach Gründen gesucht, den Protest zu verbieten. Gleichzeitig will die Landesregierung NRW verkaufsoffene Sonntage einführen. Es geht offenbar immer nur um‘s Geld, sei es das von RWE oder das in den Einkaufszentren.“

David Dresen aus Kuckum ist fassunglos: „Das Gericht verwehrt uns mit fadenscheinigen Gründen ein Grundrecht. So behaupten die Richter, es könnten viele Leute kommen. Wir haben im Internet und in der Presse jedoch klar gesagt, dass niemand zur Menschenkette kommen soll, weil wir die 50 Leute selbst voll bekommen. Die Stadt Köln hat in den letzten neun Tagen 16 Versammlungen genehmigt, obwohl sich in einer Großstadt viel leichter große Menschenansammlungen bilden als auf einer Landstraße am Tagebaurand!“

Anwohnende der bedrohten Dörfer am Tagebau Garzweiler hatten für Donnerstag den 30. April eine Protestveranstaltung am Rande der Kohlegrube angemeldet. Unter dem Motto „Abstand halten – zu Virus und RWE“ wollten sie um 18 Uhr zu einer „Menschenkette mit Maß“ zusammenkommen – mit Mundschutz und drei Metern Abstand zwischen den Teilnehmenden. Die Aktion sei nötig, weil RWE im Schatten der Corona-Krise immer schneller auf die Dörfer zu baggere und Abrissarbeiten vornehme, so das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“.

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David Dresen: 0178 2334959
Sabine Hollax: 0173 2667322

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Meldung der Stadt Köln zu Corona-kompatiblen Versammlungen

Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ reicht Klage gegen ein Demonstrationsverbot ein. Das Ordnungsamt Erkelenz hatte am Montag eine Versammlung am Garzweiler-Tagebau untersagt, mit der die Initiative gegen den ungebremsten Abriss der dortigen Dörfer durch RWE protestieren will. Die Menschenkette „Abstand halten – von Virus und RWE“ ist für Donnerstag, den 30. April angesetzt und soll unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden.

Alle Teilnehmenden der Menschenkette „Abstand halten“ sollen Mundschutzmasken tragen und drei Meter Abstand zueinander halten. Die Organisator*innen haben die Versammlung für maximal 50 Personen angemeldet. In Verlautbarungen auf Webseite, Twitter und Facebook bittet „Alle Dörfer bleiben“ zudem ausdrücklich darum, nicht persönlich zur Demonstration zu kommen, damit die maximale Personenzahl nicht überschritten wird. Man bekomme die 50 Teilnehmenden mit Menschen aus den Dörfern voll.

„Shoppen erlaubt, demonstrieren nicht? Wir können bei unserer Menschenkette auf der Landstraße viel leichter Abstand halten als in den Kaufhäusern, die nun wieder öffnen dürfen. Wir halten uns an alle verordneten Auflagen, aber unsere Grundrechte werden trotzdem missachtet. Das ist ein Skandal! Dagegen gehen wir vor Gericht.“ kommentiert David Dresen aus dem bedrohten Dorf Kuckum.

Britta Kox aus Berverath ergänzt: „Wir wollen auch lieber Zuhause bleiben, aber während alle mit Corona beschäftigt sind, reißt RWE in Lützerath Häuser ab und lässt seine riesigen Bagger Kurs auf Keyenberg nehmen. Dabei ist Braunkohle-Strom das Letzte, was die Welt gerade braucht. Doch anstatt dass die Landesregierung den klimaschädlichen Kohleabbau stoppt, hindert sie uns daran, uns zu wehren.“

Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ fordert den sofortigen Stopp aller Zwangsumsiedlungen, aller Abrissarbeiten, Flächen- und Naturzerstörungen in den Braunkohlerevieren. Es setzt sich für den Erhalt der vom Braunkohlebergbau bedrohten Dörfer, den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kohleförderung sowie die Einhaltung der Pariser Klimaziele ein.

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David Dresen: 0178 2334959
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Erkelenz. Anwohnende der bedrohten Dörfer am Tagebau Garzweiler haben für Donnerstag den 30. April eine Protestveranstaltung am Rande der Kohlegrube angemeldet. Unter dem Motto „Abstand halten – zu Virus und RWE“ wollen sie um 18 Uhr zu einer „Menschenkette mit Maß“ zusammenkommen – mit Mundschutz und drei Metern Abstand zwischen den Teilnehmenden. Die Aktion sei nötig, weil RWE im Schatten der Corona-Krise immer schneller auf die Dörfer zu baggere und Abrissarbeiten vornehme.

„Wir halten Abstand, RWE nicht: Der Konzern nutzt Corona aus. Während alles andere still steht, graben sich die Bagger mit Billigung der Landesregierung frontal auf unsere Dörfer zu. In den letzten Wochen wurde die obere Schicht vor Keyenberg in schwindelerregendem Tempo abgetragen. In Lützerath werden zudem die ersten Häuser abgerissen. Der Konzern agiert nach dem Motto: Was einmal zerstört ist, kann man nachher leichter abbaggern. Uns bleibt daher keine andere Wahl, als uns dem in den Weg zu stellen.“ so Britta Kox aus Berverath.

David Dresen aus Kuckum ergänzt: „Wir wollen auch lieber Zuhause bleiben, aber wenn wir RWE nicht stoppen, haben wir bald kein Zuhause mehr. Das Absurde ist: Aufgrund des gesunkenen Strombedarfs wird derzeit fast kein Braunkohlestrom mehr benötigt. Die Coronakrise hat uns gezeigt, welch drastische Maßnahmen notwendig werden, wenn die Regierung zu spät handelt. Es wird daher höchste Zeit, die Kohleverstromung zu stoppen und unsere Dörfer zu retten. Das rechnet sich am Ende für alle: Kohle ist nicht nur klimaschädlich, sondern auch verdammt teuer. Wir fordern Ministerpräsident Laschet daher auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass die Bagger auf der obersten Sohle sofort abgeschaltet werden.“

Die Aktion „Abstand halten – zu Virus und RWE“ wird von der Initiative „Alle Dörfer bleiben! Rheinland“ organisiert. Das Bundesverfassungsgericht hat letzte Woche klargestellt, dass Demonstrationen auch während der Corona-Maßnahmen möglich sein müssen, wenn sie mit ausreichenden Schutzmaßnahmen verbunden sind. Bei der Aktion sollen die Teilnehmenden daher drei Meter Abstand zueinander einhalten und Mundschutz tragen.

„Alle Dörfer bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. Die Landesregierung NRW und der Kohlekonzern RWE wollen für den Braunkohle-Tagebau Garzweiler noch sechs Dörfer zerstören und 1.500 Menschen umsiedeln, „Alle Dörfer bleiben!“ wehrt sich gegen diese Pläne.

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Britta Kox: 01523 4330377

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Erkelenz. Am Tagebau Garzweiler sollen 1.500 Menschen umgesiedelt werden, um die Braunkohle zu fördern, die unter sechs Dörfern liegt – so beschlossen es die Bundesregierung und Ministerpräsidenten der Braunkohle-Länder im Januar. Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne unabhängige Gutachten zu Rate zu ziehen: Eine kleine Anfrage der Grünen im Landtag NRW offenbarte, dass den Regierungen für den Beschluss ausschließlich Angaben vom Kohlekonzern RWE vorlagen, dessen Geschäft der Abbau und die Verbrennung der Braunkohle ist.

„Es kann doch nicht sein, dass Armin Laschet die von Berechnungen von RWE einfach unhinterfragt übernimmt“, so David Dresen aus Kuckum. „Von diesen Zahlen hängt das Schicksal unserer Dörfer ab. Wir erwarten ein unabhängiges Gutachten!“

Die Landesregierung NRW übernimmt die Zahlen von RWE und geht somit davon aus, dass noch 950 Mio. Tonnen Braunkohle aus den rheinischen Tagebauen benötigt werden – und infolgedessen weitere sechs Dörfer zerstört werden müssen. Laut Berechnungen von Bündnis 90/die Grünen werden jedoch höchstens noch 580 bis 685 Million Tonnen Braunkohle aus dem rheinischen Revier benötigt. Basis für die Berechnungen sind die Daten der Landesregierung zum üblichen jährlichen Kohlebedarf der Kraftwerke. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Im Anschluss an das Kohleausstiegsgesetz ist es Aufgabe der jeweiligen Bundesländer, neue Leitendscheidungen für ihre Tagebaue aufzustellen. Im Zuge dessen ist die amtierende Landesregierung dafür verantwortlich, die künftig benötigten Kohlemengen im Vorhinein zu ermitteln. Unabhängige Untersuchungen zur benötigten Kohlemenge plant die Landesregierung NRW derzeit jedoch nicht.

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David Dresen: 0178 2334959

Für grenzenlose Solidarität – Evakuierung der Lager jetzt! #LeaveNoOneBehind

Als Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung fordern wir einen solidarischen Neustart der europäischen Asyl- und Migrationspolitik und schließen uns dem von der Seebrücke ausgerufenen Aktionstag zur Evakuierung der griechischen Lager am 5. April an. Unter dem Hashtag #LeaveNoOneBehind wollen auch wir an vielen Orten und Plätzen Spuren hinterlassen und damit zeigen: „Hier ist Platz!“

In Zeiten der Ausbreitung von COVID-19 ist die Gesellschaft sich einig, dass besonders geschwächte und anfällige Menschen vor einer Ansteckung geschützt werden müssen. Die Menschen, die seit Monaten oder gar Jahren unter menschenunwürdigen Umständen in den verschiedenen Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas leben, werden dabei jedoch vergessen. Allein auf den ägäischen Inseln harren derzeit 40.000 Geflüchtete in häufig überfüllten Hotspots wie Moria aus. Wie eine Pressemitteilung von Ärzte ohne Grenzen deutlich macht, besteht die Gefahr, dass sich das Coronavirus angesichts der mangelhaften Hygienebedingungen und der eingeschränkten medizinischen Hilfe sehr schnell unter den auf den Inseln festgesetzten Bewohner*innen der Lager verbreitet. Uns dem Appell von Ärzte ohne Grenzen anschließend, fordern wir, die Lager auf den griechischen Inseln sofort zu evakuieren und die Menschen in geeignete Unterkünfte zu bringen. Das von den Regierungen oft angebrachte Argument »fehlender Aufnahmekapazitäten« gilt nicht, denn allein in Deutschland haben sich 140 Kommunen dazu bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen.

Die dramatischen Situationen auf der Insel Lesbos und in der türkisch-griechischen Grenzregion sind die Spitzen des Eisberges einer gescheiterten Asyl- und Migrationspolitik der EU. Seit Jahren schon wird über einen europäischen Verteilungsmechanismus gestritten, und trotz der unsicheren Lage von Schutzsuchenden in der Türkei will die EU weiter am Flüchtlingsdeal festhalten. Dass die Türkei kein sicheres Land für Geflüchtete ist, machen die in den letzten Jahren zugenommenen Abschiebungen und erzwungenen »freiwilligen Ausreisen« deutlich. Seit Anfang März hat auch noch Griechenland das Asylrecht für mindestens einen Monat außer Kraft gesetzt. Die dortige politische Agenda sieht Abschiebungen statt Aufnahme von Geflüchteten vor.

Wir brauchen dringend eine neue politische Grundlage für Migration und Asyl in Europa, die dem Schutz der Menschenrechte von Geflüchteten gerecht wird. Das Massensterben an den europäischen Außengrenzen muss beendet werden!

Schließlich muss auch nach Deutschland geschaut werden, wo asylsuchende Menschen in Massenunterkünften mit mehreren hundert Bewohner*innen leben. In Anbetracht des Coronavirus schließen wir uns Pro Asyl an und rufen die deutsche Regierung dazu auf, asylsuchenden Menschen sofort dezentrale, kleinere Unterkünfte anzubieten und einen sofortigen Abschiebungsstopp sowie die Freilassung von Menschen aus der Abschiebungshaft anzuordnen.

In Anlehnung an den Aufruf von Organisationen und Gruppen wie medico international, Seebrücke, borderline.europe, Pro Asyl und anderen fordern wir daher:

  • Die sofortige Evakuierung der EU-Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln
  • Die Aufnahme der Menschen in den solidarischen Städten
  • Effektive Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus für Geflüchtete überall
  • Die Beendigung des EU-Türkei-Deals
  • Einen Neustart einer menschenrechtsbasierten Außen- und Migrationspolitik mit sicheren und legalen Fluchtwegen

Kontakt und Unterzeichner*innen:

Jolene Mestmacher 0177 1804475 (jolene.mestmacher@posteo.de)
Tino Pfaff 0177 8011774 (presse@extinctionrebellion.de)

Unterzeichnende:

  • Alle Dörfer Bleiben
  • Am Boden bleiben
  • Animal Climate Action
  • Attac Celle
  • ausgeco2hlt
  • Block Bayer
  • Camps for Future Ludwigsburg
  • Ende Gelände
  • Ende Gelände Leipzig
  • Extinction Rebellion Deutschland
  • Extinction Rebellion Halle (Saale)
  • Extinction Rebellion Jena
  • gerechte1komma5
  • esTUTsichWAS e.V. Lennestadt
  • Forum Ökologie und Papier
  • Fossil Free Freiburg
  • Fossil Free Neuss
  • Fridays for Future Bonn
  • Fridays for Future Bremen
  • Fridays for Future Calw/Nagold
  • Fridays for Future Dessau
  • Fridays for Future Erfurt
  • Fridays for Future Frankfurt (Main)
  • Fridays for Future Hannover
  • Fridays for Future Haan
  • Fridays for Future Herzogenaurach
  • Fridays for Future Jena
  • Fridays for Future Koblenz
  • Fridays for Future Landshut
  • Fridays for Future Leipzig
  • Fridays for Future Ludwigsburg
  • Fridays for Future Magdeburg
  • Fridays for Future Marburg
  • Fridays for Future Nürnberg
  • Fridays for Future Salzwedel
  • Fridays for Future Speyer
  • Fridays for Future Tübingen
  • Fridays for Future Wülfrath
  • Interventionistische Linke
  • JunepA – Junges Netzwerk für politische Aktionen
  • Klima Aktion Thüringen
  • Klimacamp im Rheinland
  • Klimagerechtigkeit Kassel – KligK
  • Klimakollektiv Lüneburg
  • Klimakollektiv Oldenburg
  • LeKlima aus Leipzig
  • NaturFreunde Berlin
  • Parents for Future Celle
  • Sand im Getriebe
  • Students for Future Leipzig
  • Students for Future Darmstadt
  • Students for Future München
  • Tierfabriken-Widerstand
  • TurboKlimaKampfGruppe aus Kiel

Erkelenz. Im vom Tagebau Garzweiler II bedrohten Dorf Keyenberg wurde Anfang Februar das Friedhofstor abgebaut, um es am Umsiedlungsort wieder aufzubauen. Dabei wurden die Mauern des Friedhofs über mehrere Meter grob abgerissen. Diese sogenannte „Translozierung“ des Friedhofstores kam für zahlreiche Dorfbewohner*innen überraschend und ist für sie beispielhaft für den gesamten Prozess der Umsiedlung: Sie beklagen fehlende Transparenz und Mitbestimmung. Das Bündnis Alle Dörfer bleiben fordert daher eine demokratische Mitbestimmung für die verbleibenden Dorfbewohner*innen sowie einen Stopp der Translozierungen, solange noch Menschen in den Dörfern wohnen.

„Es ist traurig zu sehen, wie das Tor herausgerissen wurde. Warum musste das jetzt schon geschehen, wenn wir mindestens bis 2023 noch hier leben und Menschen in Westrich und Berverath sogar noch bis 2028? Solche Entscheidungen treffen einige selbsternannte Gremien, die nicht von der gesamten Dorfbevölkerung gewählt sind. Sie bestehen alle aus ein paar Menschen, die bereits umgesiedelt sind oder dies zeitnah tun wollen. Die vertreten nicht mehr die Interessen aller Dorfbewohner“, so Helmut Kehrmann aus Keyenberg.

Das Land NRW sieht für eine „sozialverträgliche Umsiedlung“ eine Mitwirkung der Betroffenen vor. Diese Bürgerbeteiligung gab es seit 2011 in Form eines Bürgerbeirats, welcher durch die Umzusiedelnden gewählt wurde. 2017 war jedoch der Bürgerbeirat für die bedrohten Dörfer bei Erkelenz mangels Bewerber*innen nicht zustande gekommen. Danach wurde nie wieder ein adäquater Ersatz geschaffen: weder die „Dorfgemeinschaft Keyenberg Westrich Berverath“ noch der „Ortsausschuss Keyenberg“ oder der „Arbeitskreis Ortsbild“ sind durch die Dorfbevölkerung demokratisch legitimiert.

„Seit Monaten suchen wir den Dialog mit diesen Gremien und der Stadt Erkelenz. Doch sie blocken ab!“, erklärt David Dresen aus Kuckum und aktiv im Bündnis Alle Dörfer bleiben. „Zur Zeit entscheiden nur Leute, die bereits umgesiedelt sind, darüber, was in den Dörfern passiert; nicht die Menschen, die noch hier wohnen. Das kann doch in einer Demokratie nicht sein!“

Das Bündnis Alle Dörfer bleiben fordert daher eine demokratische Mitbestimmung für die verbleibenden Dorfbewohner*innen sowie einen Stopp der Translozierungen, solange noch Menschen in den Dörfern wohnen. Sollten die Dörfer tatsächlich abgerissen werden, könnten die Artefakte auch zum Schluss noch in den neuen Ort gebracht werden. Auch andere Baudenkmäler mit hoher kultureller Bedeutung, z.B. Wegkreuze, werden zur Zeit schon abgebaut.

Kontakt und weitere Informationen:

Helmut Kehrmann: 0157 82 440 330
David Dresen: 0178 2334959

Ein aktuelles Bild der Friedhofsmauer finden Sie auf unserem twitter-Kanal.

Die Bündnisse „Alle Dörfer bleiben“, „Strukturwandel jetzt“ und die Umweltgruppe Cottbus laden für Sonntag, den 19. April, zum Waldspaziergang am Tagebau Nochten ein. Mit einer symbolischen Roten Linie wird dabei eingefordert, dass der Tagebau ausreichend Abstand zu den benachbarten Dörfern einhalten muss. Auf dem von der Umweltgruppe Cottbus gepachteten Waldgrundstück sprechen Betroffene verschiedener Kohlereviere zu den Teilnehmern. Auch Michael Zobel, Initiator der Waldspaziergänge im Hambacher Wald, wird erstmals in der Lausitz zu Gast sein und von seinen Erfahrungen berichten. Anschließend sind die Gäste an der Mehrzweckhalle in Rohne eingeladen zu Kaffee, Gesprächen und Musik.

„Wir wollen mit der Veranstaltung zeigen, wo die Kohle im Boden bleiben muss, über die der Bundestag in den nächsten Wochen redet. Das Kohleausstiegsgesetz muss mehr Klimaschutz garantieren, statt den LEAG-Eigentümern Milliardengeschenke zu machen.“ sagt Wolfgang Domeyer vom Bündnis „Strukturwandel jetzt“.

Das 2013 gegründete Bündnis „Strukturwandel jetzt“ fordert: Vor der Mühlroser Straße muss Schluss sein mit dem Tagebau, damit unsere Dörfern lebenswert bleiben! Dagegen soll der Tagebau Nochten 1 nach den Plänen des Kohlekonzerns LEAG erst dicht vor den Dörfern Trebendorf, Schleife, Rohne und Mulkwitz enden und zusätzlich das Sonderfeld Mühlrose abgebaggert werden. Dabei muss durch den Kohleausstieg weitere Kohle im Boden bleiben.

Der Spaziergang beginnt um 13.30 Uhr am Bahnhof Schleife und endet an der Mehrzweckhalle in Rohne.

Kontakt und weitere Informationen:

René Schuster, Umweltgruppe Cottbus: 0151-14420487
Christopher Laumanns, Alle Dörfer bleiben: 01577-3395845

Einmal im Monat, inzwischen mehr als 70 mal, führt Michael Zobel durch den Hambacher Wald. Oft nehmen mehrere hundert Menschen an seinen Waldspaziergängen teil, sie wurden zum festen Treffpunkt für die Kritiker und Kritikerinnen des Kohleabbaus im rheinischen Revier.
http://naturfuehrung.com/

Alle Dörfer bleiben ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohlereviere, die Klimagerechtigkeitsbewegung sowie solidarische Bürgerinnen und Bürger gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen.
https://twitter.com/AlleDoerfer

Die Umweltgruppe Cottbus hat ein privates Waldgrundstück im Vorfeld des Tagebaues Nochten langfristig gepachtet, um hier Naturschutz, Bildung und Kultur zu fördern. In diesem Wald findet während des Spazierganges eine Zwischenkundgebung statt.
www.kein-tagebau.de

Erkelenz. Das Bündnis von Tagebaubetroffenen „Alle Dörfer bleiben!“ übt scharfe Kritik an dem Vorschlag für eine geänderte Tagebauplanung im Rheinischen Braunkohlerevier, den der Kohlekonzern RWE vorgelegt hat. Die Betroffenen kritisieren insbesondere, dass RWE sechs Dörfer zerstören will, um den Tagebau Garzweiler fast vollständig auszukohlen. Der Kohleabbau im Rheinland soll zudem bis 2038 gehen, ein Vorhaben das mit dem deutschen Beitrag zur Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze unvereinbar ist.

„Diese Pläne sind ein Schlag ins Gesicht für die Menschen in den Dörfern und alle Betroffenen der Klimakrise“, so Britta Kox aus Berverath. „wenn Deutschland seine Klimaziele einhalten will, muss die Kohle unter unseren Dörfern im Boden bleiben. Die Pläne von RWE reichen nicht ansatzweise, um die Pariser Klimaziele einzuhalten und den gesellschaftlichen Konflikt vor Ort zu befrieden.“ Aus Studien des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergibt sich, dass im geplanten Tagebaufeld Garzweiler II noch mehr als 650 Millionen Tonnen Kohle lagern – was etwa die gleiche Menge des Treibhausgases CO2 freisetzt, wenn die Kohle verbrannt wird.

Die Vorlage einer geänderten Tagebauplanung durch RWE ist der erste Schritt zur Erstellung einer neuen Leitentscheidung des Landes NRW. David Dresen aus dem bedrohten Dorf Kuckum kritisiert dieses Vorgehen als undemokratisch: „Wieso macht ein privater Konzern Vorschläge für landespolitische Planungen? Leben wir noch in einer Demokratie oder regieren jetzt hier die Großkonzerne? Wenn die Landesregierung den Vorschlag von RWE übernimmt, dann macht sie sich erneut zum Handlanger des Kohlekonzerns.“ Britta Kox ergänzt: „Unser Vorschlag für die neue Leitentscheidung ist klar: weiter als bis zur L277 vor den Dörfern Keyenberg und Lützerath darf nicht gebaggert werden. Alle Dörfer müssen erhalten bleiben.“

„Alle Dörfer Bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen.

Kontakt und weitere Informationen:
David Dresen: 0178 2334959
Britta Kox: 01523 4330377

https://twitter.com/AlleDoerfer

Gemeinsame Pressemitteilung von Alle Dörfer Bleiben, Campact, Ende Gelände, Fridays for Future, Greenpeace, Grüne Liga sowie Aktivist*innen aus dem Hambacher Wald

Berlin. Gegen das Kohleausstiegsgesetz, das heute im Bundeskabinett beschlossen werden soll, formiert sich breiter Widerstand. Die Anti-Kohle-Bewegung sieht in dem Vorhaben einen Rückschlag für den Klimaschutz. Die Organisationen und Initiativen ‚Alle Dörfer bleiben‘, BUND, Campact, Ende Gelände, Fridays for Future, Greenpeace, Grüne Liga und Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Hambacher Wald kündigen Widerstand an.

David Dresen von Alle Dörfer bleiben (ADB):

„Anstatt sich für die betroffenen Bewohner am Tagebau Garzweiler II einzusetzen, hat sich Ministerpräsident Armin Laschet von RWE vor den Karren spannen lassen. Herausgekommen ist dabei ein Kohleausstiegsgesetz, das sowohl für uns Menschen aus den bedrohten Dörfern, als auch für die Pariser Klimaziele absolut katastrophal ist. Weil die Bundes- und Landesregierung uns ignoriert haben, bleibt uns daher leider nichts anderes übrig, als in unserem Widerstand einen Schritt weiterzugehen. Gemeinsam mit der vielfältigen Klimabewegung werden wir den Tagebau Garzweiler stoppen. Wir bleiben hier!“

Lara Eckstein von Campact:

„Die Bundesregierung kann das Kohle-Thema so nicht einfach abräumen. Sie unterschätzt die neue Klimabewegung total. Der Hambi-Protest war erst der Anfang. Wir schmieden neue Bündnisse, mobilisieren neue Massen, um den Kohleausstieg ohne Wenn und Aber durchzusetzen.“

Kathrin Henneberger von Ende Gelände:

„Im Mai rufen wir zu vielfältigen Protesten gegen das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 auf. Im Angesicht der Klimakrise werden wir nicht dulden, dass ein neues Steinkohlekraftwerk ans Netz geht. Der Konzern Uniper importiert zudem die in Datteln 4 verfeuerte Steinkohle aus Abbauregionen in Nordkolumbien und Sibirien. Wir nennen sie Blutkohle, da die dortige indigene Bevölkerung massiven Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt ist. Gemeinsam mit der ganzen Klimabewegung werden wir Datteln 4 verhindern und das Ende der fossilen Energien einläuten. Im August 2020 wird Ende Gelände mit tausenden Aktivist*innen das Rheinische Braunkohlerevier lahmlegen. Solidarisch stehen wir an der Seite der Menschen in den bedrohten Dörfern.“

Quang Paasch von Fridays For Future:

„Die von uns wöchentlich gelebte Demokratie wird von der Bundesregierung weiterhin nicht ernst genommen. Das geplante Kohleausstiegsgesetz missachtet die hunderttausenden Stimmen der Jugendlichen und jungen Menschen. Wir sehen soziale Gerechtigkeit und Ökologie als untrennbare Themen an. Solange es #KeinKonsens gibt und das Paris-Ziel nicht eingehalten wird, werden wir weiterhin streiken.“

Lisa Göldner von Greenpeace:

„Das Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung ist kein gesellschaftlicher Konsens. Die Große Koalition kündigt den mühsam verhandelten Kohlekompromiss auf. Wir stecken mitten in der Klimakrise und es ist nicht zu rechtfertigen, dass deutsche Kohlekraftwerke noch weitere 18 Jahre die Erde anheizen sollen. Unser Protest gegen die klimaschädliche Kohle geht weiter.“

René Schuster, Grüne Liga:

„Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, soll die LEAG in der Lausitz genauso viel Kohle verbrennen, wie sie ohnehin vorhatte und dafür noch Milliarden-Entschädigungen erhalten. Die Kraftwerkslaufzeiten im sogenannten Revierkonzept wurden offenbar von Anfang an nur behauptet, um sie sich von der Bundesregierung abkaufen zu lassen. Damit wurden die Menschen in der Lausitz getäuscht und die Steuerzahler sollen offenbar betrogen werden.“

Momo, Aktivist aus dem Hambacher Wald:

„Der Widerstand im Hambacher Forst wird für eine Symbolpolitik von der deutschen Bundesregierung missbraucht. Eine Graswurzelbewegung braucht keine Almosen der Regierung, denn wir machen den Strukturwandel selber. Für uns ist ganz klar, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen! ‚Alle Dörfer Bleiben‘ und der Kampf um den Hambacher Forst gehören zusammen.“

Achtung Redaktionen:

Mehr Informationen zum Protest erhalten Sie auf der Pressekonferenz der Anti-Kohle-Bewegung heute um 13:30 Uhr, im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 5, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin. Live-Stream unter https://twitter.com/greenpeace_de 

Pressekontakte:

ADB: in Berlin: David Dresen, +49 178 2334959, allg.: Christopher Laumanns, +49 1577 3395845, presse@alle-doerfer-bleiben.de;
Campact: Lara Eckstein, Klima-Campaignerin, +49 176 60996123, presse@campact.de;
Ende Gelände: Kathrin Henneberger , +49 1520 4560800, presse@ende-gelaende.org;
FFF: Quang Paasch, +49 152 26222853;
Greenpeace: Lisa Göldner, Greenpeace Klima-Expertin, +49 151 11633674, lisa.goeldner@greenpeace.org
GRÜNE LIGA: René Schuster, +49 151 14420487, umweltgruppe@kein-tagebau.de;
Hambacher Wald-Kontakt: +49 174 999 3560, myname.momo@systemli.org

Erkelenz. Anlässlich der Rede des Ministerpräsidenten Armin Laschet vor dem Nordrhein-Westfälischen Landtag zum neuen Kohleausstiegsplan kritisiert das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ den Ausstiegsplan und die Politik des Ministerpräsidenten scharf. Noch sechs weitere Dörfer im Raum Garzweiler sollen laut dem vergangene Woche in Berlin vereinbarten Plan für den Braunkohleabbau zerstört werden, die Zukunft der Dörfer Manheim und Morschenich am Tagebau Hambach bleibt ungewiss. Armin Laschet wiegelt die Verantwortung für die Zerstörung der Dörfer auf die Bundesregierung ab und brachte irreführende Zahlen zum Stand der Umsiedlungen in Umlauf.

„Wir in den Dörfern sind entsetzt, wie Herr Laschet sich seiner Verantwortung für den geplanten Abriss der Dörfer entzieht. Er weiß sehr wohl, wie sehr die Menschen hier unter der Zerstörung ihrer Heimat leiden, er hat uns besucht und seine Unterstützung zugesichert. Danach haben wir ihn nie wieder gesehen“, so Britta Kox aus dem bedrohten Dorf Berverath. „Letzte Woche hat er auch noch überhöhte Zahlen zum Stand der Umsiedlungen in den Raum geworfen und unterstützt so die Falschdarstellungen von RWE, dass hier angeblich kaum noch jemand lebe. RWE und Laschet wollen, dass unsere Heimat verschwindet. Aber unsere Dörfer sind lebendig und sollen es auch bleiben!“

In einem Interview mit dem WDR hatte Armin Laschet behauptet, es seien „zum Teil schon 70% der Menschen umgesiedelt“. Tatsächlich leben durchschnittlich 60% der ursprünglichen Einwohner*innen in den Dörfern, trotz unsicherer Zukunftsaussichten haben 40% der Hauseigentümer*innen in den Dörfern Keyenberg, Kuckum, Berverath und Ober- und Unterwestrich dem Verkauf an den Braunkohlekonzern RWE noch nicht zugestimmt. 18% aller Bewohner*innen verweigern die Verhandlungen mit RWE.

Trotz Einigung über einen Verkauf wohnen viele Menschen weiterhin in ihren Dörfern. Auch viele, die bereits weggezogen sind, wären erleichtert, wenn ihre alte Heimat erhalten bliebe und machen Pläne, wie sie ihre Häuser zurückkaufen könnten, so Martina Himmelreich, die ehemals in Unterwestrich wohnte: „Meine Mutter hat mit über 80 Jahren ihr Zuhause verlassen müssen. Das ist ihr sehr schwer gefallen, einen alten Baum verpflanzt man nicht. Wenn unser Haus stehen bleiben könnte, wäre uns das ein Trost.“

David Dresen aus dem bedrohten Dorf Kuckum: „Laschet und RWE versuchen, die Zwangsumsiedlungen als ‚sozialverträglich‘ darzustellen. Fakt ist aber: die Menschen in den bedrohten Dörfern werden krank, sterben früher und die Dorfgemeinschaften werden durch die Umsiedlung auseinandergerissen, denn nur 30% ziehen an den neuen Ort. Das können wir nicht hinnehmen – erst recht nicht in Zeiten der Klimakrise, in der wir sofort aus der Braunkohle aussteigen müssten. Wir wollen bleiben und wir werden dafür kämpfen, dass unsere Dörfer und damit auch das Klima gerettet werden!“

„Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis durch Braunkohletagebau bedrohter Dörfer. Nachdem die Einigung zum Ausstiegsplan am 16.1. bekannt wurde, erhielten die Dörfer Unterstützungszusagen von Umweltverbänden und der Klimabewegung, wie Fridays for Future und Ende Gelände. Das Bündnis kündigt Widerstand mit zahlreichen Aktionen in den kommenden Monaten an und lädt zum 8. März zum Dorfspaziergang in Keyenberg bei Erkelenz ein. Keyenberg soll 2023 für den Braunkohleabbau zerstört werden.

Kontakt und weitere Informationen:

David Dresen: 0178 2334959

Britta Kox: 01523 4330377

Martina Himmelreich: 0172 2882880

Christopher Laumanns: 01577 3395845

Heute hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Einigung zum Kohleausstieg verkündet. Diese sieht vor, dass der Tagebau Garzweiler in NRW komplett ausgekohlt wird. Damit sollen sechs weitere Dörfer vernichtet werden, in denen noch hunderte Menschen leben. Die Einhaltung der Pariser Klimaziele ist mit dem Beschluss unmöglich. Die Einigung zwischen Regierung und Konzernen wird damit zur Schreckensnachricht für die Betroffenen in den Kohlerevieren.

„Ich bin wütend und fassunglos, dieses Ergebnis ist eine Katastrophe für uns Menschen in den Dörfern. Die Bundesregierung zerstört das Klima und Ministerpräsident Laschet will unsere Dörfer vernichten. Aber wir leben hier und wollen hier bleiben!“ so Britta Kox, aus dem bedrohten Dorf Berverath. „Uns wurde vor einem Jahr von Ministerpräsident Laschet persönlich ein Dialog versprochen, wir haben nie wieder ein Wort gehört. Das Gesetz wurde auf Bundesebene mit den Konzernen ausgehandelt, die Betroffenen wurden wieder komplett ignoriert.“

„Wir haben keine Wahl, als weiter für den Erhalt unserer Dörfer zu kämpfen. Wir haben mit der Klimabewegung starke Verbündete, die schon den Erhalt des Hambacher Forsts erkämpft haben – und wir werden noch weitere Unterstützung bekommen. Wir bitten alle Menschen: Helft uns, unsere Dörfer zu retten und steht an unserer Seite, damit alle Dörfer bleiben!“, so David Dresen aus dem ebenfalls bedrohten Dorf Kuckum.

Für den 8. März lädt Alle Dörfer Bleiben! zu einem Protest-Spaziergang in den akut von der Abbaggerung bedrohten Dörfern am Tagebau Garzweiler ein. Alle Dörfer Bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen.

Kontakt und weitere Informationen:

David Dresen:  0178 2334959

Britta Kox: 01523 4330377

Christopher Laumanns: 01577 3395845

https://twitter.com/AlleDoerfer

Erkelenz-Keyenberg. Die katholische Pfarrei Erkelenz hat am 27.11.2019 der Keyenberger Küsterin Hedwig Drabik ohne Vorankündigung den Schlüssel zur Heilig Kreuz Kirche Keyenberg abgenommen und umgehend alle Schlösser austauschen lassen. Eine dreiköpfige Delegation tauchte am Mittwoch morgen bei der 85-jährigen Küsterin auf um ihr unmissverständlich klarzumachen, dass ihr ab sofort kein eigenhändiger Zugang zur Kirche mehr gestattet sei. Dies geschah als unmittelbare Reaktion auf eine Aktion von Greenpeace Deutschland. Greenpeace hatte das von der Hauptzentrale der CDU entwendete C in der von RWE bedrohten Kirche aufgestellt, um die CDU daran zu erinnern, dass sie die Schöpfung bewahren solle.

Die Küsterin war über den Besuch von Greenpeace begeistert: „Ich habe mich sehr über den Besuch vom C gefreut! Menschen die sich für den Erhalt der Schöpfung einsetzen, sind in einer katholischen Kirche immer willkommen.“

Vom Vorgehen des zuständigen Pfarrers zeigte sich die Küsterin hingegen entsetzt: „Ich habe nichts falsch gemacht – im Gegenteil: Ich habe meine oberste Pflicht als Katholikin erfüllt, nämlich die Schöpfung zu bewahren. Ich bin zutiefst enttäuscht von einigen Teilen der Pfarrei Erkelenz, dass sie unsere Kirche völlig kampflos RWE überlassen haben.“

Der Pfarrer seinerseits wirft der Küsterin vor, nicht loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber gewesen zu sein und droht sogar mit einer Klage.

Die Tochter der Küsterin, Martina Himmelreich, ist schockiert: „Es gibt keine Person die dem Christentum loyaler gegenübersteht als meine Mutter. Seit 1956 hat sie sich um die Keyenberger Kirche gekümmert. Mein Vater war dort 50 Jahre lang Küster, Organist und Chorleiter. Beide haben ihr gesamtes Leben der Kirche gewidmet. Meine Mutter dafür zu bestrafen, dass sie für ihren Glauben kämpft, ist mir unbegreiflich.“

Auch „das C“ reagierte umgehend auf die Vorwürfe des Pfarrers und nahm die Küsterin in Schutz: „Vor Kurzem war ich in der Keyenberger Kirche, um den Dörfern zu gedenken, die der Braunkohle geopfert wurden. Das war ein ganz besonderer Moment für mich. Heute schicke ich der Dame, die mir die Tür geöffnet hat meine Liebe, Dankbarkeit & Unterstützung.“

Ein Greenpeace-Sprecher nannte die Reaktion der Kirche „sehr ungerecht“. Es sei „wahnsinnig traurig“, dass die Dame dafür bestraft werde, dass sie die Enzyklika des Papstes zum Schutz der Umwelt „Über die Sorge für das Gemeinsame Haus“ ernst genommen und danach gehandelt habe.

RWE will die über 1000 Jahre alte Kirche 2023 vernichten um die darunterliegende Braunkohle verbrennen zu können. Die Pfarrei Erkelenz hatte die Kirche in einem intransparenten Verfahren an RWE verkauft, was auf große Empörung innerhalb der gläubigen Dorfgemeinschaft gestoßen war. Der zuständige Pfarrer Rombach hatte einen schnellstmöglichen Verkauf anvisiert und auch nach mehrmaliger Aufforderung der betroffenen Gemeinde kein Interesse daran bekundet, die Kirche bewahren zu wollen.

Kontakt und weitere Informationen:

Bei allgemeinen Fragen zum Bündnis: David Dresen, 0178 233495

Hedwig Drabik: 02164/4486

Martina Himmelreich: 0172/2882880

Aktuelle Infos unter https://twitter.com/AlleDoerfer

Dresden. Das bundesweite Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ hat einen Brief an die sächsische CDU, SPD und Grünen verschickt, in dem es eine Bestandsgarantie für die drei von der Abbaggerung bedrohten Dörfer in Sachsen fordert. Die Parteien haben sich im Sondierungsergebnis für die neue sächsische Regierung zwar darauf geeinigt, das Dorf Pödelwitz erhalten zu wollen, für die Dörfer Mühlrose und Obertitz fehlt jedoch eine solche Sicherheit. Das Bündnis kritisiert zudem, dass der langsame Kohleausstieg in Sachsen die deutschen Klimaziele unerreichbar mache.

„Wir möchten in Mühlrose wohnen bleiben und werden unser Zuhause nicht aufgeben. In der Öffentlichkeit wird das jedoch totgeschwiegen. Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland immer noch Dörfer vernichtet werden, um Braunkohle zu fördern – und das obwohl die LEAG ja nicht einmal eine Genehmigung für die bergbauliche Inanspruchnahme unseres Dorfes hat“, sagt Günter Zech aus Mühlrose in der Lausitz.

Franziska Knauer aus Pödelwitz im Leipziger Land ergänzt: „Wir sind zwar froh, dass es nun so aussieht, dass Pödelwitz bleiben wird. Doch wenn Deutschland die Klimakrise weiter mit der Braunkohle anheizt, verlieren wir über kurz oder lang alle unsere Lebensgrundlagen. Die Parteien verschleppen den nötigen schnellen Kohleausstieg entgegen aller Warnungen der Wissenschaft.“

„Alle Dörfer bleiben“ fordert auch Mittel für einen selbstbestimmten Strukturwandel in den Braunkohleregionen. In den letzten Jahrzehnten seien kaum Investitionen in die bedrohten Dörfer geflossen, das gelte es nun auszugleichen. Zugleich müsse den Anwohnenden die Kontrolle über ihre Orte zurückgegeben werden.

Alle Dörfer Bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen.

Weitere Informationen und Kontakt

Für allgemeine Anfragen zur Initiative:

  • Christopher Laumanns: 01577 3395845
  • presse@alle-doerfer-bleiben.de 

Keyenberg. Carola Rackete besucht heute das vom Braunkohletagebau Garzweiler II bedrohte Dorf Keyenberg. Auf einem gemeinsamen Dorfspaziergang mit Dorfbewohner*innen und der Klimabewegung des Rheinlands protestiert sie für einen sofortigen Stopp der Zerstörung der Dörfer und fordert einen sofortigen Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle. 

Carola Rackete: „Die Braunkohletagebaue des Rheinlandes sind mitverantwortlich für die Klimakrise, deren Auswirkungen bereits jetzt die Lebensgrundlage von Menschen in den Ländern des globalen Südens vernichtet. Alleine in diesem Oktober wurden über 500.000 Menschen in Ostafrika aufgrund von extremen Überschwemmungen vertrieben. Wir müssen mit der Verfeuerung von Braunkohle sofort aufhören. Das Engagement der Menschen im Rheinland gegen den Kohlekonzern RWE ist mutig und bewundernswert. Solidarisch stehe ich an der Seite der durch Zwangsumsiedlung bedrohten Menschen in den Dörfern. Keine Familie darf mehr für den Abbau klimaschädlicher Braunkohle ihr Zuhause verlieren.”

“Ob Umsiedlung oder nicht – Wir wollen, dass unsere Heimat erhalten bleibt! Keyenberg, Westrich, Kuckum und Berverath sind so wunderschöne und lebendige Dörfer. Wir hoffen, dass Armin Laschet das endlich einsieht, denn die große Mehrheit der Betroffenen ist gegen die Vernichtung unserer Dörfer” so Martina Himmelreich, bereits umgesiedelte Westricherin und aktiv bei „Alle Dörfer bleiben“. “Ich wünsche mir von Herzen auch in Zukunft den Ort meiner Kindheit besuchen zu können, anstatt in ein gigantisches, schwarzes Loch blicken zu müssen”.

“Alle sprechen über die Klimakrise und die Wissenschaft sagt ganz klar: Um wirksamen Klimaschutz zu betreiben, gibt es keinen anderen Weg als einen schnellstmöglichen Kohleausstieg. Im gleichen Atemzug sagt die NRW-Landesregierung zu uns: Wir wollen euer Dorf vernichten um klimaschädliche Braunkohle zu verfeuern. Ich aber möchte bleiben!”, so Jessica Gill aus Kuckum.

“RWE will uns enteignen, weil wir unser Grundstück nicht verkaufen möchten. Wir können uns nicht vorstellen, dass es im Angesicht der Klimakrise und des Kohleausstiegs noch verfassungsgemäß ist, Menschen zum Wohle der Allgemeinheit für Kohle zu enteignen. Daher werden wir notfalls bis vor das deutsche Verfassungsgericht ziehen, um klären zu lassen ob Braunkohle wichtiger ist als Menschenrechte.” Ralf Bußberg von „Menschenrecht vor Bergrecht“.

Kathrin Henneberger, Pressesprecherin von „Ende Gelände“ erklärt: „Carolas Besuch macht uns einmal mehr bewusst, welch globale Verantwortung wir im industrialisierten Norden tragen. Die Braunkohletagebaue sind einer der zentralen Orte, die die Klimakrise verursachen und über die Zukunft der Menschheit entscheiden werden. Wir können nicht länger auf die Politik warten, wir müssen jetzt handeln. Mit einer Massenaktion des zivilen Ungehorsams wird Ende Gelände noch diesen Monat die Braunkohletagebaue der Lausitz stilllegen und so den sofortigen Kohleausstieg einleiten.“

Pressekontakte: 

  • Alle Dörfer bleiben: David Dresen, 0178/2334959, presse@alle-doerfer-bleiben.de
  • Menschenrecht vor Bergrecht: Claudia Müller: 0151/66593515, presse@menschenrecht-vor-bergrecht.de
  • Carola Rackete: press@carolarackete.info
  • Ende Gelände: Kathrin Henneberger: 0152 0456080, presse@ende-gelaende.org

Erkelenz. Die rheinische Gruppe des bundesweiten Bündnisses „Alle Dörfer bleiben“ hat heute einen Brief an den Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet verschickt, in dem sie eine Bestandsgarantie für die Dörfer am Tagebau Garzweiler II, sowie Abschaltungen von Kraftwerksblöcken in Neurath und Niederaußem in Höhe von mindestens 3,1 GW für die Einhaltung der Pariser Klimaziele fordert. Rund ein Jahr nach einem Besuch des Ministerpräsidenten in den von Abbaggerung bedrohten Dörfern klagen die Bewohner*innen an, dass die Regierung bisher keine Anstrengungen unternommen hat, sich um den Erhalt ihrer Heimat zu bemühen.

„Während sich in Brandenburg und Sachsen in den Braunkohleregionen abzeichnet, dass die Dörfer Proschim und Pödelwitz bleiben können, müssen wir hier im Rheinland weiter um unsere Zukunft bangen“, so David Dresen von „Alle Dörfer bleiben“. „Anderenorts wird gezeigt, dass ein Umdenken möglich ist, hier im Rheinland geht es weiter wie bisher. Dabei soll laut Kohlekompromiss hier mindestens 3,1 GW Kraftwerksleistung abgeschaltet werden – der Erhalt der Dörfer ist auf Bundesebene gewollt. Die Nordrhein-Westfälische Regierung muss das umsetzen und sich endlich zu den unumgänglichen Pariser Klimaschutzzielen und unseren Dörfern bekennen, statt mit RWE gemeinsame Sache zu machen.“

Die nächste Aktion des Bündnisses wird der Dorfspaziergang mit der Seawatch-Kapitänin Carola Rackete am Sonntag, den 10. November um 11.30 Uhr in Keyenberg sein. Startpunkt ist der Keyenberger Markt. Pressevertreter*innen sind herzlich eingeladen.

Kontakt und Information:

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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

derzeit verhandelt das BMWi mit der RWE Power AG über die frühen Abschaltungen von 3,1 GW Kraftwerkskapazitäten in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2022. Das BMWi verhandelt damit sowohl über die Zukunft der fünf vom Braunkohlebergbau bedrohten Dörfer Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath am Tagebau Garzweiler II, als auch über die Zukunft vieler Menschen weltweit. Mit auf dem Verhandlungstisch liegt die Frage, ob Deutschland seine Klimaziele wird einhalten können. Wenn die Braunkohle, die jetzt unter unseren Dörfern liegt, noch verbrannt würde, dann wird Deutschland seinen Beitrag zur unbedingten Einhaltung der international anerkannten und absolut dringenden 1,5°-Grenze nicht leisten.

Sie waren vor knapp einem Jahr als erster Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens zu Besuch bei uns in den Dörfern, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Das rechnen wir Ihnen hoch an. Bei Ihrem Besuch auf unserem Bauernhof haben Sie auch meinen 82jährigen Großvater kennengelernt. Dieser Mann wählt sein gesamtes Leben lang die CDU. Er hat Ihnen wortwörtlich gesagt „Ich möchte lieber sterben, als mit anzusehen, wie meine Heimat vernichtet wird“. Spätestens seit diesem Tag wissen Sie ganz genau, wie schmerzhaft für uns der Verlust unserer Heimat ist. Auch in den Orten Manheim und Morschenich am Tagebau Hambach gibt es Menschen, die weiterhin in ihren Dörfern leben möchten, dorthin zurückkehren wollen und den Wunsch haben, dass ihre Dörfer nicht zerstört werden.

Niemand ist hier freiwillig gegangen. Der Druck, den RWE auf die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner ausübt, ist enorm. Nachdem weder Ihre Vorgänger noch Sie und Ihre Landesregierung uns zur Seite gestanden haben, haben sich mittlerweile viele Menschen schweren Herzens der Zwangsumsiedlung gebeugt. Manche ziehen in die Neubausiedlung, andere in bestehende Dörfer und wieder andere bleiben vorerst im alten Ort wohnen. Ihnen ist jedoch gemein, dass sie gegen die Zerstörung ihres Heimatortes sind. Die große Mehrheit der Betroffenen möchte nicht, dass die eigene Vergangenheit vollständig ausgelöscht wird, um für immer in einem riesigen Loch zu verschwinden.

Am 28.08.2019 sagten Sie in einer Pressemitteilung der Staatskanzlei, Nordrhein-Westfalen sei bereit, beim Klimaschutz Tempo zu machen und beim Kohleausstieg entschlossen voranzugehen. Dieses Signal haben wir sehr begrüßt und es hat uns Hoffnung gemacht. Aber während der designierte Ministerpräsident Herr Dietmar Woidke in Brandenburg sich mutig zum Erhalt der dortigen Dörfer positioniert und auch in Sachsen die Chancen steigen, dass Pödelwitz erhalten bleibt, hängt Nordrhein-Westfalen meilenweit hinterher. Anstatt, wie im Kohlekompromiss angekündigt, schnellstmöglich 3,1 GW im rheinischen Revier abzuschalten, steht momentan zur Debatte, dass nur 2,4 GW Kraftwerkskapazitäten abgeschaltet werden. Und auch zum Erhalt der bedrohten Dörfer am Tagebau Garzweiler II fiel bisher kein Wort. Das ist menschlich und klimapolitisch eine Katastrophe. Vorangehen sieht anders aus.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, setzen Sie sich gegen die Zerstörung unserer Heimat durch den klimaschädlichen Braunkohleabbau ein. Ergreifen Sie diese Chance. Sie können mit Ihrer Entscheidung Geschichte schreiben:

  • Erwirken Sie eine Bestandsgarantie für die bedrohten Dörfer Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass in der frühen Runde des Kohleausstiegs mindestens 3,1 GW bis 2022 in den Kraftwerken Neurath und Niederaußem stillgelegt werden.
  • Bringen Sie eine Leitentscheidung auf den Weg, die zukunftsorientiert und weitsichtig ist. Verkleinern Sie die Tagebaue auf Grenzen, die der Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze gerecht werden und damit Planungssicherheit für einen demokratischen, sozial gerechten und ökologischen Wandel im Rheinischen Braunkohlerevier ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen,
David Dresen
im Auftrag der Initiative „Alle Dörfer bleiben“

Diesen Brief erhalten neben Ihnen auch noch Herr Peter Altmaier sowie die Fraktionsvorsitzenden der CDU-, SPD-, FDP- und Bündnis 90/Die GRÜNEN-Fraktionen im Landtag NRW zur Kenntnis.

Proschim. Die bundesweite Initiative „Alle Dörfer bleiben“ traf sich am Wochenende im von der Abbaggerung bedrohten Dorf Proschim in der Lausitz. Bewohner*innen der drei deutschen Braunkohlereviere berieten zwei Tage lang über gemeinsame Forderungen und Aktionen. Anwohnende des ebenfalls bedrohten Lausitzer Dorfes Mühlrose berichteten über die Situation vor Ort und mögliche Handlungsoptionen. Mehrere Einwohner*innen von Mühlrose bekräftigten, dass sie ihr Zuhause nicht freiwillig an den Bergbaukonzern LEAG verkaufen werden.

„Wir möchten in Mühlrose wohnen bleiben und werden unser Zuhause nicht aufgeben. In der Öffentlichkeit wird das jedoch totgeschwiegen. Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland immer noch Dörfer vernichtet werden, um Braunkohle zu fördern – und das obwohl die LEAG ja nicht einmal eine Genehmigung für die bergbauliche Inanspruchnahme unseres Dorfes hat. Weil die Regierung uns im Stich lässt, sind wir sehr froh, dass wir nun Kontakt zu anderen Betroffenen aufgenommen haben. Dieser Austausch hat uns Mut gemacht für den Erhalt von Mühlrose einzutreten“, sagt Günter Zech aus Mühlrose.

Im Jahr 2020 plant „Alle Dörfer bleiben“ eine bundesweite Konferenz der Dörfer, zu der Menschen aller drei Reviere, aber auch Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung sowie weitere Fachleute eingeladen sind. Ein Schwerpunkt dieser Konferenz wird die Frage sein, wie die Braunkohleregionen nach dem Kohleausstieg lebenswert gestaltet werden können.

„Alle drei Regionen vereint die Tatsache, dass die Interessen der Bergbautreibenden nach klimaschädlicher Braunkohle von der jeweiligen Landesregierung höher bewertet werden als die Rechte der betroffenen Menschen. Deswegen kämpfen wir gemeinsam für den Erhalt der bedrohten Dörfer und die Einhaltung der Pariser Klimaschutzziele“, sagt Paul Boutmans aus Mönchengladbach – aktiv bei „Alle Dörfer bleiben – Rheinland“.

„Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Die Initiative wurde vor einem Jahr im rheinischen Kohlerevier gegründet, war im Sommer in Pödelwitz bei Leipzig zu Gast und trifft sich nun zum ersten Mal in der Lausitz.

Ansprechpersonen

  • Günter Zech (Mühlrose): +49 178 2334959
  • Jens Hausner (Pödelwitz): +49 342 9648912
  • Paul Boutmans (Rheinland): +49 1577 3395845
  • Ruth Krohn (Klimagerechtigkeitsbewegung): +49 151 67506242

Fotos und Hintergrundinformationen:

Düren/Erkelenz. Anlässlich der durch den Papst einberufenen „Amazonassynode“ in Rom fand in Düren am vergangenen Wochenende die „Klimasynode von unten“ statt. In verschiedenen Veranstaltungen debattierten die Teilnehmenden die Rolle der katholischen Kirche in Zeiten des Klimawandels. Im Zuge der Abschlusserklärung der „Klimasynode von unten“ verschickte die Initiative „Kirchen im Dorf lassen“ 3.829 Unterschriften nach Rom, welche den Erhalt der Kirchen im Rheinischen Revier fordern.

„’Laudato si – Über die Sorge um das gemeinsame Haus‘. So lautet der Titel einer päpstlichen Enzyklika, die vor allem die selbstmörderische Lebensweise der Menschen kritisiert. In unseren Augen hätte die katholische Kirche auch hier im Rheinland danach handeln sollen und die Kirchen verteidigen sollen. Jedoch ist jetzt bekannt, dass die Pfarrei Christkönig Erkelenz alle Kirchengebäude und -grundstücke an RWE verkauft hat. Damit hat sie an den Gemeindemitgliedern und den Worten des Papstes vorbei agiert“, so Ingo Bajerke, Anwohner aus Keyenberg und aktiv bei „Kirchen im Dorf lassen“.

In den vom Tagebau bedrohten Dörfern stehen noch fünf katholische Kirchen. Anwohnerinnen und Anwohner der betroffenen Dörfer verfassten mit Unterstützung mehrerer kirchlicher Gruppen einen Appell an die verantwortlichen Bischöfe, die Kirchen zu erhalten.

„Wir haben mehrmals versucht die gesammelten Unterschriften an die Bischöfe in Aachen und Köln zu übergeben – leider erfolglos. Sie waren nicht bereit sie persönlich entgegenzunehmen. Daher senden wir sie nun an die Amazonassynode in Rom, in der Hoffnung dass unser Anliegen Gehör findet und zumindest noch die Entwidmung der Kirchen verhindert werden kann“, berichtet Antje Pistel, Anwohnerin aus Holzweiler und ebenfalls bei „Kirchen im Dorf lassen“ engagiert.

Der Appell von „Kirchen im Dorf lassen“ wird unterstützt von den Katholikenräten der Region Düren und Mönchengladbach, dem Institut für Theologie und Politik sowie dem Diözesanrat im Bistum Aachen. Die Unterschriftensammlung für den Appell läuft seit dem Katholikentag in Münster und stößt in der ganzen Region auf großen Zuspruch.

Kontakt und weitere Informationen:

Christopher Laumanns: 01577 3395845

> Der Appell zum Download

> Weitere Informationen zu „Kirchen im Dorf lassen“

Erkelenz. Die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ übt scharfe Kritik am Schritt der katholischen Kirche, alle ihre Gebäude und Ländereien in den von Umsiedlung bedrohten Ortschaften am Tagebau Garzweiler an RWE zu verkaufen. In einer gemeinsamen Presseerklärung hatten die Pfarrei Christkirche in Erkelenz und der Tagebaubetreiber RWE am Montag den Verkauf bekannt gegeben.

Hedi Drabik, Küsterin in Keyenberg: „Den Verkauf unserer Kirche habe ich über die Zeitung erfahren müssen. Ich bin zutiefst schockiert davon, dass die Pfarrei Erkelenz dem hinter meinem Rücken zugestimmt hat. Wieder einmal lässt die katholische Kirche ihre Gemeinde hier im Stich. Anstatt unser Gotteshaus zum Abriss freizugeben, wäre es doch ihre oberste Pflicht gewesen bis zum Schluss für den Erhalt der Schöpfung einzustehen, so wie es auch der Papst in seiner Enzyklika ‚Laudato si‘ fordert.“

Auch andere Keyenberger Kirchenmitglieder sind fassungslos: „Nach allem, was mir die katholische Kirche über das Leben und Wirken von Jesus vermittelt hat, bin ich überzeugt: wäre Jesus Keyenberger, dann würde er seiner Kirche den Rücken kehren.“ so Ingo Bajerke, Mitglied der Keyenberger Gemeinde.

Seit etwa einem Jahr sammeln verschiedene Gruppen unter dem Namen „Kirche(n) im Dorf lassen“ Unterschriften, um die Bischöfe aus Aachen und Köln aufzufordern, die Kirchen nicht an RWE zu verkaufen. Sie bitten die Kirche abzuwarten, wie genau sich der Kohleausstieg gestaltet und sich für den Erhalt der Kirchen einzusetzen. Bereits über 3.000 Unterschriften wurden händisch gesammelt. Neben „Alle Dörfer bleiben“ wird die Unterschriftenaktion u.a. auch getragen von den Katholikenräten Düren und Mönchengladbach, dem Diözesanrat Düren und der Initiative „Kreativ gegen Kohle“.

„Weder der Bischof aus Köln noch aus Aachen wollten die Unterschriften entgegennehmen. Nachdem nun auch die Pfarrei Erkelenz ein weiteres Mal gezeigt hat, dass sie nicht hinter ihrer Gemeinde steht, werden wir uns an den Vatikan wenden. Wir werden nicht aufhören uns für den Erhalt unserer Kirchen einzusetzen. Dabei steht für uns außer Frage, dass es sowohl im neuen Ort als auch in den alten Ortschaften Kirchen braucht – und genau dafür sollte sich auch die Pfarrei Erkelenz einsetzen anstatt sich zum Handlanger von RWE zu machen“ so David Dresen aus Kuckum und aktiv bei Alle Dörfer bleiben.

Kontakt und weitere Informationen:

Bei allgemeinen Fragen zum Bündnis: David Dresen, 0178 2334959

Ingo Bajerke: 0177 2687768

https://www.alle-doerfer-bleiben.de

Aktuelle Infos unter https://twitter.com/AlleDoerfer

Link zu „Kirche(n) im Dorf lassen“

Erkelenz/Leipzig. Die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ ist mit eigenem Programm auf den zwei deutschen Klimacamps vertreten und lädt alle Interessierten zum Kennenlernen ein. Sowohl auf dem Klimacamp Leipziger Land (02.-11.8.) als auch auf dem Klimacamp im Rheinland (15.-27.8.) gibt es ein großes „Alle Dörfer bleiben“-Zelt, welches eine Ausstellung sowie Raum für Austausch bietet. Zum Auftakt des Klimacamps im Leipziger Land hielt das Bündnis zudem sein zweites bundesweites Treffen ab und beschloss dort, gemeinsam mit Fridays for Future und vielen Anderen zum „Global Strike“ am 20.9. aufzurufen. Darüber hinaus wird das Bündnis den Prozess und das Kohleausstiegsgesetz kritisch begleiten, um auf eine Aufnahme ihrer Forderungen hinzuwirken. Diese beinhalten u.a. den Erhalt aller Dörfer und die Einhaltung des 1,5 Grad-Zieles. Sollte dies nicht passieren plant das Bündnis weitere Aktionen. Unter dem Motto „Alle Dörfer bleiben“ kämpfen Betroffene aller deutschen Braunkohle-Reviere gemeinsam mit Aktiven aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gegen den Braunkohleabbau und die damit verbundenen Zwangsumsiedlungen und Klimazerstörungen.

„Zur Zeit wird das Kohleausstiegsgesetz verhandelt. Wir fordern die Regierungen auf die völlig unzureichenden Vorschläge der Kohlekommission nachzubessern. Wir fordern eine gesetzliche Festschreibung für den Erhalt aller bedrohen Dörfer. Die Kohle muss im Boden bleiben, wenn wir das 1,5 Grad-Ziel von Paris erreichen und die schlimmsten Folgen der Klimakrise abmildern wollen.“ so Barbara Ziemann-Oberherr vom Bündnis aus Keyenberg.

Jens Hausner lebt im bedrohten Dorf Pödelwitz, wo das Klimacamp Leipziger Land stattfindet. „Wir laden alle Menschen ein, das wunderschöne Klimacamp kennenzulernen und das Zelt von Alle Dörfer bleiben zu besuchen. Wir bieten Exkursionen an, basteln gemeinsam Widerstandssymbole und hier gibt es die Gelegenheit, sich über die Situation in den deutschen Revieren zu informieren und auch Menschen aus anderen Teilen der Welt kennenzulernen, die ähnliche Kämpfe führen müssen wie wir.“

„Auf unserem Treffen haben wir eine erste Bilanz gezogen und sind sehr froh, dass wir uns letzten Winter zu einem bundesweiten Bündnis zusammengeschlossen haben. Jetzt sind wir besser miteinander vernetzt und die gemeinsame Arbeit stärkt uns Gegenseitig den Rücken. Mittlerweile wissen viel mehr Leute, dass in Deutschland immer noch Menschen für klimaschädliche Braunkohle aus ihren Häusern vertrieben werden. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen diesen Wahnsinn und deshalb haben wir die Hoffnung, dass in Zukunft alle Dörfer bleiben können.“ so David Dresen aus Kuckum.

Alle Dörfer bleiben hatte zuletzt mit einem Aktionstag am Tagebau Garzweiler im Rheinland für Aufsehen gesorgt. 8.000 Menschen folgten dem Aufruf, sich schützend vor das bedrohte Dorf Keyenberg zu setzen. Den Aktionstag hatte das Bündnis gemeinsam mit Fridays for Future, BUND, Campact, Greenpeace und den Naturfreunden organisiert. Am gleichen Tag besetzten zudem die Aktiven von „Ende Gelände“ den nahen Tagebau. Eine Woche zuvor präsentierte Alle Dörfer bleiben seine Forderungen an die Bundesregierung sowie die Landesregierungen der Braunkohlereviere auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Kontakt und weitere Informationen:

Bei allgemeinen Fragen zum Bündnis: Christopher Laumanns, +49 1577 3395845
Jens Hausner (Pödelwitz, Leipziger Land): +49 34296 48912
Barbara Ziemann-Oberherr (Keyenberg, Rheinland):  +49 171 9969455

Keyenberg. Unter dem Motto „Platz nehmen gegen Kohle“ haben sich 6000 Menschen in einer symbolischen Sitzblockade schützend zwischen das Dorf Keyenberg und den Tagebau Garzweiler gesetzt. Die Aktion wird organisiert vom Bündnis ‚Alle Dörfer bleiben‘, einem Bündnis von Betroffenen aus den Braunkohlerevieren, die sich gegen ihre Zwangsumsiedlung wehren. Der Energiekonzern RWE will Keyenberg sowie fünf weitere Dörfer für den Braunkohleabbau zerstören. Die Anwohner*innen machen deutlich, dass sie ihre Dörfer nicht kampflos aufgeben werden.

„RWE will unsere Dörfer, Kirchen und Landschaften zerstören. Doch das werden wir nicht zulassen. Wir haben uns im Bündnis ,Alle Dörfer bleiben‘ zusammengeschlossen, um unsere Zuhause zu retten. Dass so viele Menschen dieses Wochenende hier mit uns gegen RWE protestieren, gibt mir die Hoffnung, dass wir diesen Kampf wirklich gewinnen können“, so David Dresen aus dem bedrohten Dorf Kuckum.

In der symbolischen Sitzblockade erzählen Anwohnende von ihrem Leben in den bedrohten Dörfern, den Auseinandersetzungen mit RWE und den Schikanen des Kohlekonzerns, aber auch der Hoffnung, die sie aus dem neu erstarkten Widerstand schöpfen.

„Ich bin hier verwurzelt und ich werde hier bleiben. Wir waren lange genug Spielball der Politik: RWE zerstört unsere Dörfer, Kirchen und Wälder und die Landesregierung NRW macht sich zum verlängerten Arm der Konzerninteressen“, sagt Britta Kox aus Berverath, die für den Tagebau zwangsumgesiedelt werden soll. „Doch das Schicksal wendet sich. So viel wie heute war hier in unseren Dörfern noch nie los, und besonders das Gutachten des BUND, dass Enteignungen für Braunkohle in Zeiten der Klimakrise nicht mehr zulässig sind, verändert die Lage massiv. Ich werde kämpfen, bis wir bleiben können, so viel steht fest.“

Die Aktion ist vom Bündnis der Anwohnenden „Alle Dörfer bleiben“ organisiert worden. Dabei wurde viel Augenmerk auf Kreativität gelegt: viele Protestierende sind in gelber Kleidung gekommen, gelbe Stoffbahnen wurden als schützende Linie vor Keyenberg entrollt. Überall sind gelbe Holzkreuze zu sehen, das Zeichen des lokalen Widerstands gegen die Braunkohle. In der symbolischen Sitzblockade nehmen Bewohner*innen der bedrohten Dörfer auf gelben Stühlen Platz. Am Ortseingang erinnert der „Friedhof der Dörfer“ mit Ortsschildern an alle Dörfer, die bereits für den Tagebau zerstört wurden.

Die symbolische Sitzblockade und das bunte Programm aus Reden und Musik wird gemeinsam mit den Umweltorganisationen BUND, Campact, Greenpeace und NaturFreunde veranstaltet. Auch die Schüler*innen von Fridays for Future haben zum Aktionstag bei Keyenberg eingeladen und eine eigene Demonstration aus Hochneukirch organisiert. Zeitgleich radelten weitere 500 Demonstrierende aus Erkelenz zum Dorfprotest. Insgesamt nehmen 8000 Menschen am Aktionstag „Kohle stoppen! Klima und Dörfer retten!“ teil.

Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ reiht sich ein in die Forderungen nach einem schnellstmöglichen Kohleausstieg: „Es ist unmöglich, dass hier im Angesicht der Klimakrise immer noch unsere Dörfer für die Braunkohle abgerissen werden sollen. Wir von hier sind betroffen von den Ursachen des Klimawandels. Doch ich möchte auch Platz nehmen für all jene, die von dessen Auswirkungen betroffen sind“, so David Dresen aus Kuckum.

Die Aktion ist Teil eines Protest-Wochenendes gegen den Kohleabbau und für Klimagerechtigkeit im Rheinland. Tausende Menschen sind ins Rheinland gekommen, um ihren Protest in unterschiedlichen Aktionsformen auf die Straßen zu tragen. Gestern hatten bereits 40.000 Menschen bei „Fridays for Future“ in Aachen demonstriert. Der Aktionstag „Kohle stoppen! Klima und Dörfer retten!“ mit 8000 Menschen dauert noch bis zum frühen Abend. Das ganze Wochenende über laufen zudem Aktionen zivilen Ungehorsams von „Ende Gelände“ mit weiteren tausenden Menschen.

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Aktionstag: http://www.klima-doerfer-retten.de/

Fotos zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/photos/164655810@N04/

Kontakt

Für allgemeine Anfragen zur Initiative und zum Aktionstag:

Christopher Laumanns: 01577 3395845

Ansprechpersonen aus dem Rheinischen Revier:

David Dresen (Kuckum): 0178 2334959

Britta Kox (Berverath): 0152 34330377

Gemeinsame Pressemitteilung von Alle Dörfer bleiben, BUND, Campact, Greenpeace und Naturfreunde

8.000 Menschen protestieren im Rheinischen Revier für Kohleausstieg und den Schutz bedrohter Dörfer

Keyenberg. Unter dem Motto „Kohle stoppen – Klima und Dörfer retten“ demonstrieren heute mehr als 8.000 Menschen im Rheinischen Revier. Gemeinsam fordern sie eine Klimapolitik, die das 1,5-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens einhält, und den aus klimawissenschaftlicher Sicht notwendigen Kohleausstieg bis spätestens 2030. Ein breites Bündnis aus Umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen hat zum Aktionstag im Rheinland aufgerufen.

Die Demonstration der Fridays-for-Future-Bewegung verlief von Hochneukirch entlang der Tagebaukante bis zum Kundgebungsort bei Keyenberg. Weitere Hunderte Menschen nahmen an der Fahrrad-Demo von Erkelenz bis Keyenberg teil. Bei der Aktion „Platz nehmen“ stellen sich die Demonstrierenden symbolisch zwischen das bedrohte Dorf Keyenberg und den Tagebau Garzweiler. Sie fordern die Erhaltung der Dörfer und des Hambacher Waldes.

Zum Trägerkreis des Aktionstages gehören: Alle Dörfer bleiben, BUND, Campact, Greenpeace und NaturFreunde Deutschlands.

Zitate der Redner*innen:

Barbara Ziemann-Oberherr, Anwohnerin aus Keyenberg und aktiv bei Alle Dörfer bleiben: „RWE will uns unsere Häuser wegnehmen und unsere Dörfer und Kirchen zerstören, aber wir nehmen das nicht hin. Wenn so wie heute tausende Menschen zu uns kommen und mit uns gemeinsam gegen die Braunkohle kämpfen, gibt uns das Hoffnung. Wir werden hier bleiben und unsere Dörfer beschützen.“

Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Das Klima wird nicht durch reden, sondern nur durch handeln geschützt. Wegen der Untätigkeit der verantwortlichen Politik müssen die Menschen nahe den Tagebauen weiter um ihre Dörfer bangen und der Hambacher Wald ist gefährdeter denn je. Zur Rettung von Klima, Dörfern und Wald müssen vorrangig die ältesten und dreckigsten RWE-Kraftwerksblöcke vom Netz gehen.“

Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand von Campact: „Mit dem heutigen Tag tragen wir unseren Protest an einen zentralen Brandherd der Klimakrise – das Rheinische Kohlerevier. Die Regierung muss jetzt Meiler für Meiler abschalten statt den Kohleausstieg bis 2038 hinauszuzögern. Denn nur so verhindern wir, dass unser Planet über die kritische Grenze von 1,5 Grad hinaus fiebert.“

Bastian Neuwirth, Kampaigner für Klima und Energie bei Greenpeace: „Mit jeder weiteren Tonne Braunkohle, die RWE aus dem Boden baggert und verfeuert, wird deutlicher, dass dieser Konzern die Augen verschließt angesichts der unübersehbaren Klimakrise, dass er sich taub stellt, gegenüber dem Ruf von Hunderttausenden von Menschen nach mehr Klimaschutz. Der Kohleausstieg ist vereinbart, der schnelle Start unabdingbar. Nur wenn Ministerpräsident Laschet RWEs zerstörerischen Kohlekurs umgehend stoppt, wird der Konflikt um die Kohle sich nicht weiter verschärfen.“

Uwe Hiksch, Vorstandsmitglied NaturFreunde Deutschlands und Anmelder: „Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr ein ambitioniertes Kohleausstiegs- und ein Klimaschutzgesetz vorlegen, mit dem Deutschland seine Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen einhält. Für die betroffenen Kohlekumpel erwarten wir Beschäftigungsgarantien in gesellschaftlich sinnvollen Bereichen bei Sicherung der Löhne und Altersbezüge.“

Bilder des Aktionstags zur redaktionellen Verwendung finden Sie hier

Hochauflösendes Film- und Fotomaterial: Eva Petschull, Greenpeace: 0174 1313323

Weitere Infos zum Aktionstag: www.alle-doerfer-bleiben.de/aktionstag

Pressekontakte:

Alle Dörfer bleiben: David Dresen, presse@alle-doerfer-bleiben.de, 0178 2334959
BUND: Heye Jensen, presse@bund.net, 0176 47684164
Campact: Olga Perov, perov@campact.de, 0151 52582390
Greenpeace: Tina Loeffelbein, tina.loeffelbein@greenpeace.org, 0151 16720915
NaturFreunde Deutschlands: Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, 0176 62015902

Keyenberg. Für das Wochenende kündigen Fridays for Future, Ende Gelände und die Initiative “Alle Dörfer bleiben” mit einem bundesweiten Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Vielzahl von Aktionen im Rheinland an. Am Freitag findet eine internationale Demonstration von Fridays for Future in Aachen statt, am Samstag eine weitere Demonstration am Tagebau Garzweiler, eine Fahrrad-Demo sowie eine Kundgebung am bedrohten Dorf Keyenberg. Das Klimabündnis Ende Gelände plant das ganze Wochenende über Aktionen. Der Protest richtet sich gegen den Kohle-Konzern RWE und die Untätigkeit der Regierung beim Klimaschutz. Tausende Menschen werden erwartet.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zu den Aktionstagen für Klimagerechtigkeit im Rheinland erklären heute die unterschiedlichen Akteure der Klimabewegung ihre Forderungen:

Kathrin Henneberger, Pressesprecherin von Ende Gelände: „Die Klimakrise ist grausame Realität, wir rasen ungebremst auf eine vier bis sechs Grad heißere Welt zu. Wir müssen sofort raus aus der Kohle, nicht erst in 20 Jahren. Politik und Konzerne verfeuern unsere Zukunft. Dem sehen wir nicht tatenlos zu. Mit unseren Körpern stellen wir uns den zerstörerischen Kohlebaggern von RWE entgegen und beenden das Zeitalter der fossilen Energien“.

Carla Reemtsma, Fridays for Future: “Dieses Wochenende protestieren wir im Rheinischen Revier mit Aktivist*innen aus ganz Europa und zeigen, dass die Klimakrise nur gemeinsam gestoppt werden kann. Das Rheinische Revier ist die größte CO2-Quelle Europas und der Ort, an dem unser aller Zukunft zerstört wird. Wir brauchen einen schnellen Kohleausstieg und das Ende aller Subventionen in fossile Energieträger statt den Konzern RWE, der die Realität der Klimakrise verkennt und dessen Geschäftsmodell in der Vergangenheit steckengeblieben ist.”

Britta Kox, Alle Dörfer bleiben! aus dem bedrohten Dorf Berverath: „Ich bin hier geboren und kämpfe schon lange gegen den Tagebau-Garzweiler und RWE. Für mich bedeutet es viel, an diesem Wochenende gemeinsam mit tausenden Menschen für den Erhalt unserer Dörfer, Wälder und Äcker sowie für Klimagerechtigkeit zu kämpfen. Die Kohle ist von gestern, sie bedroht das Klima und die Lebensgrundlagen unserer Kinder. Das muss gestoppt werden!.“

Niklas Schinerl, Greenpeace: „Nur mit einem schnellen Start des Kohleausstiegs können der Hambacher Wald und die betroffenen Dörfer gerettet werden. Doch RWE stemmt sich mit aller Macht dagegen und befeuert damit die Klimakrise und gefährdet den sozialen Frieden in der Region.“

Uwe Hiksch (NaturFreunde Deutschlands): „Am Wochenende zeigen wir RWE und der Bundesregierung die rote Karte. Eine breite und kreative Klimabewegung wird zeigen, dass sie die Konzernpolitik von RWE & Co. nicht mehr hinnimmt und von der Bundesregierung einfordern, dass sie noch in diesem Jahr ein Kohleausstiegsgesetz vorlegen muss, dass die Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles sichert.“

Die Pressekonferenz findet heute statt, am Mittwoch, 19.6.19 | 10 Uhr

Ort: Keyenberg nahe Tagebau Garzweiler | Die Wiese neben der Borschemicher Straße 32 | 41812 Erkelenz.

  • Auf dem Podium sprechen:
  • Dorothy Nalubega, Klimaaktivistin aus Uganda
  • Carla Reemtsma, Fridays for Future
  • Britta Kox, Alle Dörfer bleiben
  • Kathrin Henneberger, Ende Gelände
  • Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschland
  • Niklas Schinerl, Greenpeace
  • Moderation: Lara Eckstein, Campact

Weitere Informationen zu den Demonstrationen von Fridays for Future: https://ac2106.fridaysforfuture.de/

Zum Aktionstag von “Alle Dörfer bleiben”, BUND, Campact, Greenpeace und Naturfreunden: www.klima-doerfer-retten.de

Zu den Aktionen zivilen Ungehorsams von Ende Gelände: www.ende-gelaende.org

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakte

Alle Dörfer Bleiben: Christopher Laumanns, presse@alle-doerfer-bleiben.de, 01577-3395845

Ende Gelände: Kathrin Henneberger, presse@ende-gelaende.org, 0152-04560800

Fridays-For-Future: Carla Reemtsma, presse-ac2106@fridaysforfuture.de, 01522-9623560

Greenpeace: Tina Loeffelbein, tina.loeffelbein@greenpeace.org, 0151-16720915

NaturFreunde Deutschlands: Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, 0176-62015902

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Mehr Informationen zum Aktionswochenende

#AC2106

www.klima-doerfer-retten.de

https://www.ende-gelaende.org/

Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ ruft unter dem Motto „Platz nehmen gegen Kohle“ für Samstag, den 22. Juni zu einer symbolischen Sitzblockade zwischen dem Dorf Keyenberg und dem Tagebau Garzweiler auf. Der Energiekonzern RWE will Keyenberg sowie fünf weitere Dörfer für den Braunkohleabbau zerstören. Die Aktion ist Teil des Aktionstages „Kohle stoppen! Klima und Dörfer retten“, den Alle Dörfer bleiben zusammen mit den Umweltorganisationen BUND, Campact, Greenpeace und NaturFreunde veranstaltet und zu dem auch die Schüler*innen von Fridays for Future einladen. Es werden tausende Teilnehmende erwartet.

„Bei unserer Aktion werden wir uns schützend vor die bedrohten Dörfer setzen, denn für uns ist klar: Wir bleiben hier. RWE wird es nicht schaffen uns zu vertreiben. Wir sind ein breites Bündnis von Menschen hier aus den Dörfern, alle Generationen sind bei uns vertreten. Beim Sternmarsch im März kamen bereits 3000 Menschen und am 22. Juni bekommen wir noch viel mehr Unterstützung“, so David Dresen aus Kuckum vom Bündnis „Alle Dörfer bleiben!“.

„Seit Jahrzehnten zerstört der Konzern hier alles, was uns am Herzen liegt. Aber damit ist jetzt Schluss! Die Zeit der Braunkohle ist vorbei, das ist wegen der Klimakrise mittlerweile ja gesunder Menschenverstand. Wir müssen uns gegen RWE zur Wehr setzen – nicht nur für unsere Dörfer, sondern für Menschen überall auf der Welt, die schon jetzt von der Klimakrise betroffen sind“, so Britta Kox aus Berverath. Als Zeichen der globalen Solidarität kommen Bergbau-Betroffene aus der ganzen Welt zu den Aktionstagen ins Rheinland.

Am Samstag geht eine von Fridays for Future organisierte Demonstration, bei der Menschen aller Generationen willkommen sind, um 11 Uhr vom Bahnhof Hochneukirch entlang der Tagebaukante nach Keyenberg. Ebenfalls um 11 Uhr startet eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof Erkelenz zur Kundgebung vor Keyenberg. Zudem gibt es zwischen Erkelenz und Keyenberg einen Bus-Shuttle-Service (zurück von Keyenberg auch nach Hochneukirch). Ab 13 Uhr ist die Aktion “Platz nehmen” geplant, bei der sich Demonstrierende symbolisch zwischen das bedrohte Dorf und den Tagebau setzen werden. Die Organisator*innen bitten die Teilnehmenden, sich an dem Tag gelb zu kleiden und nach Möglichkeit gelbe Sitzgelegenheiten mitzubringen.

Am Wochenende des Aktionstags gibt es am Tagebau Garzweiler auch eine Aktion zivilen Ungehorsams des Bündnisses „Ende Gelände“. Auch hier werden mehrere tausend Menschen erwartet.

Alle Dörfer bleiben! ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. Ziel des Bündnisses ist es, dass alle von Abbaggerung bedrohten Dörfer erhalten bleiben und Anwohnende selbst entscheiden können, ob sie im Dorf bleiben oder umsiedeln möchten.

Weitere Informationen

Alle Informationen zum Aktionstag: http://www.klima-doerfer-retten.de/

Fotos zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/photos/164655810@N04/

Pressekonferenz am 19.6. in Keyenberg

Im Vorfeld der vielfältigen Proteste im Rheinland wird am Mittwoch, den 19. Juni um 10 Uhr eine Pressekonferenz stattfinden. Mit Vertreter*innen von Alle Dörfer bleiben, Ende Gelände, Fridays for Future, Greenpeace und NaturFreunden

Ort: Keyenberg. Auf der Wiese neben dem Haus Borschemicher Straße 32, 41812 Erkelenz

Kontakt

Für allgemeine Anfragen zur Initiative und zum Aktionstag:

  • Christopher Laumanns: 01577 3395845

Ansprechpersonen aus dem Rheinischen Revier:

  • Britta Kox (Berverath): 0152 34330377
  • David Dresen (Kuckum): 0178 / 2334959

Gemeinsame Pressekonferenz zu den Aktionstagen für Klimagerechtigkeit im Rheinland vom 19. – 24. Juni 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

vergangenen Herbst setzten sich zehntausende Menschen für den Erhalt des Hambacher Waldes ein. Seit Monaten gehen regelmäßig hunderttausende Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz auf die Straße. Nun sind vom 19. bis  24. Juni weitere Klimaproteste am Tagebau Garzweiler angekündigt. Erwartet werden tausende Menschen. Sie wollen, dass die 1,5-Grad-Grenze eingehalten wird, die von der Abbaggerung durch RWE bedrohten Dörfer gerettet werden und das Ende der fossilen Energie jetzt beginnt.

Gerne möchten Sie Fridays For Future, Ende Gelände und ein bundesweites Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen – darunter die Initiative „Alle Dörfer bleiben!“, Naturfreunde und Greenpeace –  auf einer Pressekonferenz darüber informieren, welche unterschiedlichen Proteste gegen klimaschädliche Kohleverstromung an den Aktionstagen zu erwarten sind.

Pressekonferenz:
Mittwoch, 19.6.19 | 10 Uhr
Ort:  Keyenberg nahe Tagebau Garzweiler | Die Wiese neben der Borschemicher Straße 32 | 41812 Erkelenz.

Bei schlechtem Wetter steht eine Überdachung für alle Teilnehmenden bereit.

Es sprechen:

  •       Dorothy Nalubega, Klimaaktivistin aus Uganda
  •       Carla Reemtsma, Fridays for Future
  •       Britta Kox, Alle Dörfer bleiben
  •       Kathrin Henneberger, Ende Gelände
  •       Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschland
  •       Niklas Schinerl, Greenpeace

Moderation: Lara Eckstein, Campact

Bitte lassen Sie uns wissen, ob Sie an der Pressekonferenz teilnehmen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakte

  • Alle Dörfer Bleiben: Christopher Laumanns, presse@alle-doerfer-bleiben.de, 01577-3395845
  • Ende Gelände: Kathrin Henneberger, presse@ende-gelaende.org, 0152-04560800
  • Fridays-For-Future: Carla Reemtsma, presse-ac2106@fridaysforfuture.de, 01522-9623560
  • Greenpeace: Tina Loeffelbein, tina.loeffelbein@greenpeace.org, 0151-16720915
  • NaturFreunde Deutschlands: Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, 0176-62015902

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Mehr Informationen zum Aktionswochenende

https://ac2106.fridaysforfuture.de/

www.klima-doerfer-retten.de

https://www.ende-gelaende.org/

Bilder zur freien Verwendung

https://www.flickr.com/photos/164655810@N04/

https://www.flickr.com/photos/133937251@N05/

Gemeinsame Presseeinladung von Alle Dörfer Bleiben, BUND, Campact, Greenpeace und NaturFreunden.

Keyenberg. Am Samstag, dem 22. Juni 2019, werden Tausende Menschen im Rheinischen Revier für ambitionierten Klimaschutz und die Rettung der von Tagebauen bedrohten Dörfer demonstrieren. Damit Deutschland dem Pariser Klimaabkommen gerecht wird, fordern sie einen Kohleausstieg bis spätestens zum Jahr 2030. Ein breites Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen ruft zur Teilnahme an den Protesten am Tagebau Garzweiler im Rheinland auf.

Am Aktionstag macht sich die Fridays-for-Future-Bewegung um 11 Uhr ab dem Bahnhof Hochneukirch bei Erkelenz auf den Weg entlang der Tagebaukante in Richtung des bedrohten Dorfes Keyenberg. Ebenfalls um 11 Uhr startet eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof Erkelenz mit Ziel Keyenberg. Zudem gibt es zwischen Erkelenz und Keyenberg einen Bus-Shuttle-Service (zurück von Keyenberg auch nach Hochneukirch). Um 13 Uhr ist die Aktion “Platz nehmen” geplant, bei der sich Demonstrantinnen und Demonstranten symbolisch zwischen das bedrohte Dorf und den Tagebau stellen werden.

Der Trägerkreis des Aktionstages fordert den schnellen Kohleausstieg und dass die bedrohten Dörfer sowie der Hambacher Wald erhalten bleiben. Darüber hinaus verlangen die Organisationen ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zum Trägerkreis gehören: Alle Dörfer bleiben, BUND, Campact, Greenpeace und die NaturFreunde Deutschlands.

Infos zum Aktionstag am 22. Juni 2019:

Übersicht über den Aktionstag
Ablauf:

  • Presse-Treffpunkt am Demonstrationstag: Bahnhof Erkelenz, Konrad-Adenauer-Platz, ab 10:45 Uhr; Bus-Shuttle zum Kundgebungsort
    Programm:
  • 11 Uhr Demo von Fridays for Future für alle – ab Hochneukirch, entlang der Tagebau-Kante zur Kundgebung,
  • 11 Uhr Fahrrad-Demo ab Erkelenz,
  • ab 13 Uhr Kundgebung und Aktion „Platz nehmen“ zwischen Tagebau (Garzweiler Westkante) und Keyenberg mit Presse-Anlaufpunkt

Den Wortlaut des Aufrufs finden Sie hier
Infos zu “Ende Gelände” hier

Pressekontakte:

  • Alle Dörfer Bleiben: David Dresen, presse@alle-doerfer-bleiben.de, Mobil: 0178 2334959
  • BUND: Sigrid Wolff, Pressesprecherin, presse@bund.net, Tel.: 030 27586425
  • Am Aktionstag: Heye Jensen, BUND-Pressestelle, Mobil: 0176 47684164
  • Campact: Olga Perov, perov@campact.de, Mobil: 0151 52582390
  • Greenpeace: Tina Loeffelbein, tina.loeffelbein@greenpeace.org, Mobil: 0151 16720915
  • NaturFreunde Deutschlands: Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, Mobil: 0176 62015902

Berlin. Tagebaubetroffene aus der Lausitz, dem Rheinland und dem Leipziger Land haben sich heute mit gemeinsamen Forderungen an die Bundes- und Landespolitik gewandt. Das Bündnis „Alle Dörfer Bleiben!“ nimmt die Bundesregierung in die Pflicht, den Erhalt aller bedrohten Dörfer zu garantieren, fordert Mitbestimmung in der Ausgestaltung des Kohleausstiegsgesetzes und kündigt Proteste am Braunkohle-Tagebau Garzweiler an. Drei Vertreter*innen aus den Braunkohlerevieren stellten die Forderungen heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vor.

„Die Politik verschleppt den Kohleausstieg und das wird auch auf unserem Rücken ausgetragen. Durch die Kohlekommission hat sich für uns nichts geändert: Es steht weiterhin unser Zuhause auf dem Spiel. Dabei ist es absurd, im Jahre 2019 noch Dörfer für Braunkohle zu zerstören. Wir fordern von der Bundesregierung jetzt eine Garantie, dass alle bedrohten Dörfer bleiben können“, erklärte Britta Kox von der rheinischen Gruppe des Bündnisses „Alle Dörfer Bleiben!“. „Zu lange wurden unsere Interessen von den Bundes- und Landesregierungen nicht beachtet. Deshalb nehmen wir unsere Zukunft selbst in die Hand. Wir bleiben hier und kämpfen um unsere Dörfer, bis unsere Forderung Realität geworden ist.“

Hannelore Wodtke von der Initiative “Grüne Zukunft Welzow” in der Lausitz ergänzt: „Wir fordern Geld für lebenswerte Dörfer statt nur für die Industrie. Die Eckpunkte für die Strukturförderung sind so nicht akzeptabel. Wie kann der Strukturwandel gelingen, wenn die Ministerpräsidenten Laschet, Woidke und Kretschmer weiter daran festhalten Kindergärten, Kirchen und ganze Dörfer für die Braunkohle zu zerstören? Seit Jahrzehnten werden uns in Proschim Investitionen vorenthalten. Es gilt jetzt die Zukunft des Ortes zu gestalten und ihn lebenswert zu machen.“

Eine wichtige Forderung des Bündnisses ist eine Novellierung des Bundesberggesetzes: „Die Bundesregierung muss endlich das uralte Bundesbergrecht reformieren und die Enteignungsparagraphen aussetzen. Nicht mehr der Abbau von Braunkohle, sondern Klimaschutz ist im Interesse der Allgemeinheit. Das verdeutlicht auch die junge Generation. Wir sehen uns als Teil einer vielfältigen Bewegung für Klimagerechtigkeit und treten gemeinsam dafür ein, dass das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens eingehalten wird“, so Jens Hausner von der Initiative „Pro Pödelwitz“

Alle Dörfer Bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. Das Bündnis plant für den 22. Juni unter dem Motto „Kohle stoppen! Klima und Dörfer retten!“ einen großen Aktionstag im Rheinischen Revier, zu dem auch Fridays for Future, Campact, Greenpeace, BUND und die Naturfreunde aufrufen.

Weitere Informationen und Kontakt

Die Forderungen können Sie hier herunterladen.

Ansprechpersonen aus den Revieren:

Hannelore Wodtke (Proschim, Lausitz): 0176 38575989

Jens Hausner (Pödelwitz, Leipziger Land): 034296 48912

Britta Kox (Berverath, Rheinisches Revier): 0152 34330377

Für allgemeine Anfragen zur Initiative:

Felix Wittmann: 0176 78633289

Christopher Laumanns: 01577 3395845

presse@alle-doerfer-bleiben.de

Mehr Informationen zu kommenden Aktionen unter: www.alle-doerfer-bleiben.de
Bilder zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/photos/164655810@N04/

Erkelenz. Seit 8:45 Uhr blockieren rund 50 Aktive unter dem Motto „Keinen Meter der Kohle“ den Bau der künftigen ‚Grubenrandstraße‘ L354n zwischen Wanlo und Kaulhausen. Das Bündnis von Tagebau-Betroffenen „Alle Dörfer bleiben! Rheinland“ sowie die Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ hatten dazu aufgerufen, sich den Bauarbeiten in den Weg zu setzen. Als Zeichen des Widerstands haben sie gelbe Holzkreuze auf aufgeschütteten Erdwällen platziert und Bäume auf der gerodeten Fläche gepflanzt. Die Blockierenden
fordern den Erhalt aller Dörfer in den Braunkohlerevieren und die sofortige Einleitung eines konsequenten Kohleausstiegs.

„Mit dem Bau der zukünftigen ‚Grubenrandstraße‘ schafft RWE weiter Fakten und erhöht damit den Druck auf uns Bewohner*innen – mit dem einzigen Ziel, unsere Dörfer doch noch abzubaggern.“, so David Dresen aus dem bedrohten Kuckum. „Bei einem konsequenten Kohleausstieg wird sich der Tagebau notwendigerweise verkleinern. Die neue Grubenrandstraße braucht es deshalb nicht.“

„Die Weiterführung des Tagebaus heizt die Klimakrise weiter an. Das gefährdet weltweit und auch in Deutschland die Lebensgrundlage von Menschen. Dieses unverantwortliche Vorgehen untergräbt Menschenrechte. Deswegen setzen wir uns mit unseren Körpern dem Unrecht des Straßenbaus und der Klimakrise entgegen“, so Mira Jäger, Pressesprecherin von „Kohle erSetzen!“.

„Wir haben Unterschriften gesammelt, demonstriert und den Dialog mit der Landesregierung gesucht. Wir haben auf die Kohlekommission gehofft und wurden bitter enttäuscht. Weil unsere Appelle nicht gehört wurden, bleibt uns nichts anderes übrig, als jetzt einen Schritt weiter zu gehen.“, so David Dresen. „Wir laden die Menschen aus der Region ein, sich uns anzuschließen!“

Nach der Straßenblockade ist für den 22. Juni ein großer Aktionstag im Rheinischen Revier geplant, zu dem Alle Dörfer bleiben zusammen mit Fridays for Future, Campact, Greenpeace, BUND und den Naturfreunden aufruft. Zudem wird es im Rahmen des Klimacamps im Rheinland vom 22.-25. August eine weitere Aktion zivilen Ungehorsams von „Kohle erSetzen!“ geben.

Die Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ setzt sich seit 2017 durch vielfältige Aktionen des zivilen Ungehorsams für das Ende der Kohleverstromung als Beitrag zu globaler Klimagerechtigkeit ein. „Alle Dörfer Bleiben“ ist eine bundesweite Initiative, in der sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. Die Rheinische Gruppe des Bündnisses hat sich im Herbst 2018 gegründet.

Kontakt und weitere Informationen

Mira Jäger, Kohle erSetzen!: 0157 / 87977480

David Dresen, Alle Dörfer bleiben: 0178 / 2334959

#kohlestrasse

www.kohle-ersetzen.de
www.twitter.com/Kohle_erSetzen

www.twitter.com/AlleDoerfer

Erkelenz. Die Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ und die rheinische Gruppe des Bündnisses „Alle Dörfer bleiben“ rufen zu einer Sitzblockade gegen den gestern begonnenen Bau der Landstraße L354n zwischen Wanlo und Kuckum auf. Die Straße wird nur benötigt, wenn weitere Dörfer für die darunter liegende Braunkohle zerstört werden. Unter dem Motto „Keinen Meter der Kohle“ wollen sich deshalb ab Montag den 27. Mai Anwohnende gemeinsam mit Aktiven aus der Klimagerechtigkeitsbewegung den Bauarbeiten in den Weg setzen. 

„RWE offenbart mit diesem Straßenbau seine Ignoranz gegenüber dem kommenden Kohleausstieg,“ stellt Mira Jäger, Pressesprecherin von Kohle erSetzen!, fest. „Es ist klar: alle Dörfer werden bleiben. Denn selbst mit dem völlig unzureichenden Ergebnis der Kohlekommission dürfen die Tagebaue kaum fortgeführt werden. Somit sind sowohl das Abbaggern der Dörfer als auch der neue Straßenbau absolut überflüssig.“ Dennoch wurde für die Bauarbeiten bereits ein Waldstück gerodet, mehrere Hektar fruchtbarer Ackerboden sollen geopfert werden.

„Um weiter Fakten zu schaffen und die Menschen in den Dörfern unter Druck zu setzen, baut RWE eine neue ‚Grubenrandstraße‘ weit hinter den Dörfern. Das ist Hohn für all jene, die fest entschlossen sind, in ihren Dörfer zu bleiben,“ so David Dresen aus dem bedrohten Kuckum. Sollte der Tagebau wie von RWE gewollt fortgesetzt werden, wird die neue Grubenrandstraße erst 2027 mit der Zerstörung Kuckums gebraucht. Die Genehmigung des Neubaus hat RWE bereits seit vier Jahren. Nach RWEs bisherigen Plänen würde es reichen, wenn erst 2025 mit dem Straßenbau begonnen würde. Die Anwohnenden vor Ort gehen daher davon aus, dass RWE jetzt schon baut, um sie unter Druck zu setzen und ihnen die Lebensqualität in ihren Dörfern zu nehmen. „Den Menschen hier gezielt das Leben zur Hölle zu machen, hat bei RWE System. Der Bau der Straße hebt die Provokationen auf eine neue Stufe“ so David Dresen. „Um unserer Forderung nach einem sofortigen Stopp aller bergbauvorbereitenden Maßnahmen Nachdruck zu verleihen, sehen wir uns daher gezwungen einen Schritt weiter zu gehen und rufen dazu auf, die Bauarbeiten zu blockieren. „RWE gräbt derzeit eine Schneise durch Felder und Wald in der vollen Breite der zukünftigen Straße. Nach Abschluss dieser Arbeiten soll die Schneise auf mögliche alte Kampfmittel und archäologische Funde untersucht werden, im Anschluss soll dann direkt der Straßenbau beginnen.

In den letzten 100 Jahren sind allein in Deutschland fast 300 Orte für den Braunkohleabbau zerstört worden. Mittlerweile ist jedoch eine breite Unterstützung für einen schnellen Kohleausstieg entstanden, wie er auch wöchentlich von Zehntausenden beim Klimastreik „Fridays for Future“ gefordert wird. Dennoch treibt RWE im Rheinischen Revier die Umsiedlung von rund 1.500 Menschen weiter voran. Sechs Dörfer und weitere Höfe sind vom Tagebau Garzweiler II nach wie vor bedroht. Für den 22. Juni lädt Alle Dörfer bleiben deshalb zu einem großen Aktionstag ins Rheinische Revier ein, gemeinsam mit Fridays for Future, BUND, Greenpeace, Campact und den Naturfreunden. An diesem Tag werden auch die Aktiven von Ende Gelände an anderer Stelle zivilen Ungehorsam gegen den Kohle-Abbau leisten.

Mit seinem Geschäft zerstört RWE nicht nur Dorfgemeinschaften in Deutschland. Als Konzern mit dem größten Treibhausgasausstoß in Europa bedroht er besonders die Existenz von Menschen weltweit, die durch die Klimakrise ihre Lebensgrundlagen verlieren. Schon jetzt leiden diese Menschen unter immer stärkeren Dürren und Extremwetterereignissen, obwohl sie am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben.

Kontakt und weitere Informationen

Mira Jäger, Kohle erSetzen!: 0157 / 87977480

David Dresen, Alle Dörfer bleiben: 0178 2334959

#kohlestrasse

www.kohle-ersetzen.de/
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Erkelenz. Am Mittwoch, den 22. Mai um 19 Uhr lädt die Initiative „Alle Dörfer Bleiben“ zum Kinoabend „Die Rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst“ im „Ziegenstall“ in von der Abbaggerung bedrohten Dorf Kuckum am Tagebau Garzweiler ein. Das Besondere: Bereits einen Tag vor dem offiziellen Kinostart kann der Film als Preview gezeigt werden und rückt den lokalen Widerstand gegen die Zerstörung der Dörfer für den Braunkohletagebau in den Fokus.

Der Dokumentarfilm von Regisseurin Karin de Miguel Wessendorf und Produzent Valentin Thurn („Taste the Waste“) zeigt den Kampf um den Hambacher Wald, das Ringen um den Ausstieg aus der Kohleverstromung und den wachsenden öffentlichen Widerstand von 2015 bis zum vorläufigen Rodungsstopp im Oktober 2018. Im Mittelpunkt dieser lokalen David-gegen-Goliath-Geschichte von globaler klimapolitischer Relevanz stehen die Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise für den Kohleausstieg engagieren: z.B. Clumsy, ein junger Waldbesetzer, Antje Grothus, Anwohnerin aus Buir und Mitglied einer Bürgerinitiative und Familienvater Lars, der lange in einem Abbaggerungsort ausharrte und so der Umsiedlung trotzte.

Die Geschichten über die Höhen und Tiefen des Widerstands sind den Menschen im Abbaugebiet Garzweiler rund um Erkelenz nicht fremd. Beflügelt von der breiten bürgerlichen Unterstützung am Hambacher Wald wächst auch hier der Widerstand. „Alle Dörfer Bleiben“ informiert beim Film-Preview über Ziele und Aktionen des Bündnisses, dass sich für den Erhalt der vom Braunkohleabbau bedrohten Dörfer einsetzt.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen zum Kinoabend, weiteren Aktionen und zum Bündnis unter www.alle-doerfer-bleiben.de

Köln/Erkelenz. Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre und die Initiative Alle Dörfer bleiben werfen der RWE AG vor, den Kohleausstieg zu behindern und eine möglichst hohe Entschädigung für den Konzern herausholen zu wollen. Es ist möglich, sowohl den Hambacher Wald zu retten als auch die Dörfer an den Tagebauen Garzweiler und Hambach zu erhalten. Vor Beginn der Hauptversammlung des Energiekonzerns am 3. Mai in Essen veranstaltet ein breites Bündnis von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen unter dem Motto „irRWEge stoppen – für Klimagerechtigkeit kämpfen!“ eine Kundgebung vor der Grugahalle.

„RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hat jegliches Vertrauen verloren. Er ist für den klimafeindlichen Kurs des Konzerns verantwortlich und hat dazu beigetragen, dass auch die Kohlekommission wirtschaftliche Interessen der Energiekonzerne über Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit für Betroffen und Arbeitnehmer*innen stellt“, sagt der Geschäftsführer des Dachverbands, Markus Dufner. „Deshalb sollte der Aufsichtsrat Schmitz als Vorstandsvorsitzenden abberufen und durch jemand ersetzen, der glaubhaft an der Entwicklung von Zukunftsperspektiven im Rheinischen Revier mitarbeitet.“ Der Dachverband verlangt von RWE außerdem, die Dividende von 70 Cent je Aktie auf 35 Cent zu kürzen, um die Rückstellungen für die Beseitigung von Umwelt- und Gesundheitsschäden, die durch die Kohlewirtschaft verursacht wurden, zu erhöhen.

„Seit die Kohlekommission im Januar 2019 ihre Empfehlungen der Politik vorgelegt hat, beschleunigt die RWE AG den Abriss von Dörfern an den Tagebauen Garzweiler und Hambach“, so David Dresen aus dem bedrohten Ort Kuckum und aktiv bei „Alle Dörfer bleiben!“, einer bundesweiten Initiative von Tagebau-Betroffenen aus allen drei Braunkohlerevieren. „Anstatt die politische Umsetzung des Kohlekompromisses abzuwarten, schafft RWE Fakten und vertreibt so weiter tausende Menschen aus ihrer Heimat. Der Konzern muss nun endlich eine Bestandsgarantie für den Erhalt der Dörfer und den ökologisch wertvollen Hambacher Wald abgeben.“

„Viele Dorfbewohner, die Tag für Tag erleben, wie RWE in ihrer Nachbarschaft Häuser abreißt und die Vorbereitungen für den Kohleabbau vorantreibt, empfinden das Vorgehen des Konzerns als Psychoterror, der sie zum Verlassen ihres Zuhauses zwingen soll“, beklagt Dresen. „RWE-Mitarbeiter bohren direkt neben Wohnhäusern, unter dauerhafter Lärm-, Licht- und Schmutzbelästigung; sie schlagen für eine Umgehungsstraße, die möglicherweise nie gebraucht wird, eine breite Schneise durch Wald und Felder, .“

„Das Vorgehen von RWE ist absolut nicht sozialverträglich“, sagt Dresen. „Der Konzern verhandelt über den Verkauf von Grundstücken mit jedem Eigentümer geheim. Dadurch werden Dorfbewohner gegeneinander ausgespielt und es wird Misstrauen geschürt. Die Entschädigungsangebote von RWE sind häufig unzureichend und ermöglichen es vielen Bewohnern nicht, adäquaten Ersatz für ihr altes Grundstück zu erwerben. Landwirte und Tierhalter erhalten so wenig Flächen, dass sie nicht an der gemeinsamen Umsiedlung teilnehmen können, ohne ihren Beruf aufzugeben. Besonders ältere Menschen werden durch eine Zwangsumsiedlung entwurzelt und ihrer gewohnten Umgebung beraubt. Es gibt Fälle, in denen die Entwurzelung älteren Menschen so zugesetzt hat, dass sie während oder kurz nach der Zwangsumsiedlung verstorben sind.“

Der Dachverband fordert, dass die von der Kohlekommission empfohlenen und von der Bundesregierung zugesagten 40 Milliarden Euro Strukturhilfe für die kommenden 20 Jahre an einen konkreten Abschaltplan für Kohlekraftwerke geknüpft werden. „Für Kraftwerke, die zum Zeitpunkt der Abschaltung bereits älter als 25 Jahre sind und wahrscheinlich unwirtschaftlich werden, sollte RWE nicht noch auf Entschädigungszahlungen auf Kosten der Allgemeinheit setzen“, so Dufner.

KUNDGEBUNG AM 3. MAI AB 8.30 VOR DER GRUGAHALLE IN ESSEN
Unter dem Motto „IrRWEge stoppen – für Klimagerechtigkeit kämpfen!“ (#irRWEgestoppen) veranstaltet der Dachverband mit einem breiten Bündnis von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen eine Protestkundgebung mit Musik und Redebeiträgen vor der Grugahalle. Von dort aus startet ab 10.30 Uhr eine Demonstration von Fridays for Future in die Essener Innenstadt.

KONTAKT UND INTERVIEWANFRAGEN

Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre:
Markus Dufner, Tel. 0221/5995647, Mobil-Tel. 0173 – 713 52 37
dachverband@kritischeaktionaere.de

Alle Dörfer bleiben:
David Dresen, Mobil-Tel. 0178 – 2334959
presse@alle-doerfer-bleiben.de 

GEGENANTRÄGE DES DACHVERBANDS UND VON ALLE DÖRFER BLEIBEN
www.kritischeaktionaere.de und www.alle-doerfer-bleiben.de

Pödelwitz, Erkelenz. Nachdem im März rund 3000 Menschen zum Sternmarsch ins akut bedrohte Keyenberg in Nordrhein-Westfalen kamen, plant die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ am kommenden Wochenende erneut Aktionen in Keyenberg sowie im sächsischen Pödelwitz. Mit den Aktionen will die Initiative darauf aufmerksam machen, dass trotz der dringend notwendigen Energiewende immer noch Dörfer für Braunkohle zerstört werden sollen und Menschen eine Zwangsumsiedlung droht. 

Am Samstag startet in Pödelwitz um 15 Uhr die Frühlingsaktion „Keinen Meter der Kohle – Alle Dörfer bleiben – überall“. „Mit der Aktion wollen wir zeigen, was hier passiert: Ich bin einfach fassungslos, dass in Zeiten des Klimawandels der Tagebau-Betreiber Mibrag und die sächsische Landesregierung noch über Tagesbauerweiterungen nachdenken.“ Obwohl die Mibrag noch keine Genehmigung hat Pödelwitz abzubaggern, hat der Konzern bereits Teile des Dorfes aufgekauft. „Letztes Wochenende sind in Leipzig und Berlin zehntausende Menschen gegen die Wohnungsnot auf die Straße gegangen. Alle Welt sucht Wohnraum und in Pödelwitz lässt die Mibrag denkmalgeschützte Häuser leerstehen und verfallen. Wir würden uns freuen, wenn hier wieder Familien und junge Menschen herzögen.“ so Jens Hausner aus Pödelwitz, aktiv bei „Alle Dörfer bleiben“.

Ein bisschen neues Leben bringt auch die Frühlingsaktion „Keinen Meter der Kohle“ ins Dorf. Geplant sind ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Kaffee und Kuchen, Infostände, eine Bühne mit Musik sowie Beiträge von betroffenen Menschen aus dem Rheinland, der Lausitz und aus dem Globalen Süden. Ein Höhepunkt ist der Dorfspaziergang und das Bauen von Gedenkschildern für die mehr als 60 abgebaggerten Dörfer und Städte der Region um Leipzig. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Im rheinischen Keyenberg findet am Sonntag die Veranstaltung „Wandern mit WDR 5: Am Rande des Tagebaus Garzweiler bei Mönchengladbach“ statt. Der Waldpädagoge Michel Zobel führt durch den bedrohten Ort Keyenberg, den angrenzenden Keyenberger Wald und das ebenfalls bedrohte Dorf Kuckum. „Wir laden die Menschen ein sich unser schönes zu Hause anzusehen und mit uns gemeinsam für den Erhalt zu kämpfen.“ sagt Britta Kox aus dem bedrohten Ort Berverath. Der Treffpunkt für den Spaziergang ist am Sonntag um 13 Uhr hinter der Kirche in Keyenberg.

„Die drohende Abbaggerung und der Umsiedlungsprozess sind sehr schmerzhaft für uns alle. Wir fordern von der Landesregierung, dass die Menschen hier die Wahl haben, ob sie bleiben oder gehen wollen. Wir wurden lange genug durch die Profitinteressen von RWE fremdbestimmt. Um uns dagegen zur Wehr zu setzten und Perspektiven für die Dörfer nach der Kohle zu entwickeln, organisieren wir uns in der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ zusammen mit Betroffenen in anderen Regionen und Aktiven in der Klimagerechtigkeitsbewegung.“ ergänzt Britta Kox.

Weitere Aktionen von „Alle Dörfer bleiben“ sind eine Radtour von Leipzig nach Lützen am 27. April sowie ein Dorfspaziergang im ebenfalls bedrohten Dorf Proschim in der Lausitz am 18. Mai. Für das Wochenende um den 22. Juni plant die Initiative zudem zusammen mit dem BUND, Greenpeace und Campact sowie den Schüler*innen von „Fridays for Future“ einen großen Aktionstag am Tagebau Garzweiler in NRW, um für den Erhalt der Dörfer und gegen die Klimazerstörung zu protestieren. In dem Zeitraum findet auch die Massenaktion zivilen Ungehorsams „Ende Gelände“ statt. Am Fronleichnam-Wochenende werden daher viele tausend Menschen aus ganz Europa in der Region erwartet.  

Mehr Informationen zu kommenden Aktionen unter: www.alle-doerfer-bleiben.de
Bilder zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/photos/164655810@N04/

Pressekontakte:

Für allgemeine Anfragen zur Initiative
Christopher Laumanns 01577 3395845
presse@alle-doerfer-bleiben.de

Tagebau-Betroffene:
Jens Hausner (Pödelwitz) 034296/48912
Britta Kox (Berverath) 0152 34330377

Keyenberg. 3000 Menschen aus ganz Deutschland demonstrieren heute für den Erhalt der Dörfer, die durch den Braunkohle-Tagebau Garzweiler II bedroht sind. Sie folgen der Einladung von Anwohnenden, die in der Initiative „Alle Dörfer Bleiben“ den Sternmarsch organisieren. In acht Demonstrationszügen, den sogenannten „Sternschweifen“, zogen die Demonstrierenden aus Ortschaften im Umland zum Dorf Keyenberg, das als nächstes den Braunkohle-Baggern von RWE weichen soll. Die Initiative fordert, dass alle von der Abbaggerung bedrohten Dörfer und Höfe im Rheinland, sowie im Leipziger Land und der Lausitz erhalten und lebenswert bleiben.

„Es ist unglaublich schön zu sehen, dass Menschen von überall her gekommen sind, um uns zu unterstützen. Wir aus den Dörfern sind dafür total dankbar. Besonders ist für mich auch, wie viele Menschen aus den bedrohten Orten heute mit auf der Straße waren. Durch solche Aktionen fassen immer mehr Menschen Mut, für ihr Zuhause zu kämpfen“, kommentiert Helmut Kehrmann aus Keyenberg vom Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“.

„Es ist klar, dass unsere Dörfer bleiben können – das ist mit dem Ergebnis der Kohlekommission möglich. Es ist unmenschlich, wie RWE und die Nordrhein-Westfälische Landesregierung versuchen, uns trotzdem zum Umsiedeln zu zwingen. Wir wollen hier bleiben und kämpfen weiter! Die Dörfer müssen erhalten bleiben. Wer bleiben will, soll bleiben können, und wer gehen will, soll natürlich auch gehen können“, so Britta Kox aus Berverath, das ebenfalls durch den Braunkohleabbau bedroht ist.

Bereits um 5.30 Uhr liefen die ersten Menschen vom rund 35 Kilometer entfernten Hambacher Forst los. Aus Horrem und Mönchengladbach starteten am Vormittag und Mittag Fahrrad-Demonstrationen, aus Hochneukirch, Wanlo und Kaulhausen, sowie den von Zerstörung bedrohten Dörfern Kuckum, Berverath und Immerath zogen Menschen zu Fuß nach Keyenberg. Zu Beginn der Demonstrationen wurden Reden über die Situation in den Dörfern, für einen schnelleren Kohleausstieg und gegen die Klimazerstörung gehalten. Auch Schüler*innen der Klimastreik-Bewegung „Fridays for Future“ ergriffen das Wort und zeigten sich solidarisch mit dem Widerstand in den Dörfern.

Um 16.30 Uhr beginnt vor Keyenberg die Abschlusskundgebung mit Reden von Tagebau-Betroffenen und Kulturprogramm. Es spielen die lokale Band „Beets ‘n‘ Berries“ sowie die Gruppe „Arbeitstitel Tortenschlacht“, zudem bringen Mitglieder von „Alle Dörfer bleiben“ Lieder über die Zwangsumsiedlung auf die Bühne. Der Widerstand zeigt sich auch im Dorf: Eine Installation mit Grabkreuzen und Trauerkranz auf einer Streuobstwiese erinnert an die bereits zerstörten Dörfer des Rheinlands, eine Foto-Ausstellung in der Reithalle Keyenberg erzählt „Geschichten des Widerstands“.

„Die Menschen akzeptieren nicht mehr, dass Konzerne Dörfer, Landschaften und unser Klima für Profite zerstören. Das hat der heutige Tag gezeigt. Die Klimabewegung steht Seite an Seite mit Menschen, die für die Braunkohle aus ihrem Zuhause gezwungen werden. Wir werden weitermachen, bis alle Dörfer gerettet sind“, erklärt Christopher Laumanns aus der Klimagerechtigkeitsbewegung, der ebenfalls bei „Alle Dörfer Bleiben“ aktiv ist. „Ob im Rheinland, im Leipziger Land oder in der Lausitz: Kein Dorf bleibt allein! Wir rufen alle dazu auf, nächsten Samstag zum Waldspaziergang in die Lausitz zu kommen und sich solidarisch zu zeigen.“

„Alle Dörfer Bleiben“ ist eine bundesweite Initiative, in der sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. In den nächsten Monaten sind in allen drei Regionen weitere Aktionen geplant. Am Samstag, den 30.3. organisiert die Umweltgruppe Cottbus der grünen Liga einen Protestspaziergang am Braunkohle-Tagebau Jänschwalde, zu dem auch „Alle Dörfer Bleiben“ aufruft, am 13.4. wird zum Frühlingsfest „Keinen Meter der Kohle!“ im Dorf Pödelwitz im Leipziger Land eingeladen. Weitere Aktionen im Rheinland sind um den 20. Juni geplant.

Mehr Informationen zu kommenden Aktionen unter: www.alle-doerfer-bleiben.de

Bilder zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/photos/164655810@N04/

Pressekontakte:

Für allgemeine Anfragen zum Sternmarsch:

  • Johanna Winter 01578 4697207
  • Christopher Laumanns 01577 3395845

Tagebau-Betroffene:

  • Helmut Kehrmann 0157 82440330
  • Britta Kox 0152 34330377

Erkelenz. Um gegen die Zerstörung von Dörfern für den Braunkohleabbau zu demonstrieren, ruft die Initiative „Alle Dörfer Bleiben!“ am 23. März zu einem Sternmarsch aus den Dörfern am Tagebau Garzweiler in den akut bedrohten Ort Keyenberg auf. Zur Veranstaltung werden mehrere tausend Teilnehmende aus ganz Deutschland erwartet.

„Mit der Aktion setzen wir uns für den Erhalt aller Dörfer ein. Hier in der Region sind Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath bedroht. Es kann nicht sein, dass trotz des Klimawandels immer noch Orte für die Kohle abgebaggert werden. Wir setzen uns gemeinsam und entschlossen für den Erhalt aller Dörfer ein. Wir rufen die Menschen auf, sich mit uns schützend vor die Häuser zu stellen.“ so Barbara Ziemann-Oberherr aus Keyenberg.

Ab 14 Uhr starten am Samstag Demonstrationszüge von verschiedenen Orten im Raum Garzweiler und treffen sternförmig in Keyenberg zusammen. Dort findet eine Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen von Tagebaubetroffenen, dem ehemaligen Mitglied der Kohlekommission Antje Grothus sowie Schülerinnen und Schülern von Fridays for Future statt. Weitere Programmpunkte sind das Musik-Ensemble „Beets’n’Berries“ aus der Region und eine Ausstellung zu Umsiedlungen und dem lokalem Widerstand. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Mit der Aktion soll auch die schwierige soziale Situation für die Menschen vor Ort thematisiert werden. „Die drohende Abbaggerung ist ein extrem schmerzhafter Prozess für uns. RWE provoziert hier mit gezielten Aktionen eine soziale Spaltung und macht uns das Leben schwer. Wir fordern, dass alle Orte erhalten und lebenswert bleiben, aber die Menschen, die umsiedeln möchten, sollen weiterhin gehen können, ohne einen Nachteil zu haben.“ so Barbara Ziemann-Oberherr weiter.

Ähnlichen Situationen sind auch Menschen im Leipziger Revier und in der Lausitz ausgesetzt. In Pödelwitz und Mühlrose schaffen Mibrag und LEAG bereits Fakten, ohne eine Abbaugenehmigung. Aus beiden Revieren reisen Betroffene an, um sich solidarisch zu zeigen. „Ich bin aus der Lausitz hergekommen, um heute mit den Rheinländer*innen für den Erhalt unserer Dörfer zu streiten. Wenn wir etwas bewegen wollen, können wir das nur gemeinsam. Mir geht es auch darum beteiligt zu werden, wenn über die Zukunft der Regionen verhandelt wird. Wir müssen vermeiden, dass nochmal ein Konzern so viel Macht bekommt, stattdessen brauchen wir vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten für die Menschen vor Ort.“ so Adrian Rinnert aus der Lausitz.

„Alle Dörfer Bleiben!“ ist eine bundesweite Initiative, in der sich Betroffene aller Braunkohle-Reviere mit Aktiven aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen. „Für uns bedeutet Klimagerechtigkeit, dass keine Menschen für die Profite von Konzernen ihr Zuhause verlieren. Weder hier durch die Tagebaue, noch in anderen Teilen der Welt, wo die Folgen des Klimawandels die Lebensgrundlagen der Leute zerstören. Immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Zustände: Die Betroffenen der Tagebaue kämpfen dafür, dass ihre Dörfer bleiben und seit Monaten streiken auf der ganzen Welt hunderttausende Schüler*innen für das Klima. Das macht mir Hoffnung.“ erklärt Christopher Laumanns von „Alle Dörfer Bleiben!“.

In den nächsten Monaten sind in allen drei Revieren weitere Aktionen geplant. Informationen zu „Alle Dörfer Bleiben!“ und den weiteren Aktivitäten finden sich unter www.alle-doerfer-bleiben.de.

Auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Klima-Allianz Deutschland, der BUND, 350.org und Greenpeace unterstützen die Anliegen der betroffenen Menschen und rufen in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, den Sternmarsch zu unterstützen.

Pressekontakte:

Für allgemeine Fragen zum Sternmarsch und dem Bündnis „Alle Dörfer Bleiben!“:
Christopher Laumanns: +49 1577 3395845
presse@alle-doerfer-bleiben.de

Barbara Ziemann-Oberherr (Keyenberg):  +49 171 9969455
Adrian Rinnert (Lausitz): +49 35727579341

www.alle-doerfer-bleiben.de/aktionen/sternmarsch
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Erkelenz. Um gegen die Abbaggerung der Dörfer zu kämpfen, ruft das Bündnis „Alle Dörfer bleiben!“ am 23. März zu einem Sternmarsch aus den Dörfern im Raum Garzweiler in das akut bedrohte Keyenberg auf. Zur Veranstaltung wird bundesweit mobilisiert. Es wird mit mehreren tausend Menschen gerechnet. In Vorbereitung auf diese Aktion lädt das Bündnis am Samstag, den 16.02. ab 13 Uhr zum Kennenlernen und Schilder Basteln ins Pfarrhaus nach Holzweiler ein.

Durch die von der Kohlekommission empfohlenen Abschaltungen von Braunkohlekraftwerken im Rheinland könnten sowohl der Hambacher Wald als auch die Dörfer am Tagebau Garzweiler erhalten bleiben, zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Dennoch bleibt die Zukunft unklar, genau wie in den Dörfern Proschim in der Lausitz und Pödelwitz im Leipziger Land, die auch Teil des Bündnisses sind. Die Kommission fordert die Landesregierungen zu einem Dialog mit der Bevölkerung auf. „Wir schweben weiter in Unsicherheit, ob wir aus unseren Häusern müssen oder bleiben können. Wir fordern von der Landesregierung NRW eine Garantie, dass alle Dörfer bleiben – denn das ist aufgrund des Berichts der Kohlekommission möglich“ so David Dresen aus Kuckum. „Braunkohle ist ein Energieträger von Vorgestern – dafür kann man uns doch nicht unsere Heimat und unsere Zukunft nehmen!“

„Dass RWE in den letzten Wochen die Abrissarbeiten und Rodungen vorantreibt, obwohl die Dörfer eigentlich bleiben könnten und es einen Dialogprozess geben soll, empfinden wir als Provokation. Wir sind traurig und wütend darüber, wie mit uns umgegangen wird. Um die Dörfer zu retten brauchen wir Unterstützung. Wir rufen die Menschen auf, am 23. März zum Sternmarsch zu kommen und sich – ähnlich wie im vergangenen Sommer am Hambacher Wald – nun schützend vor die Dörfer zu stellen“ so David Dresen weiter.

Die Vorbereitungen für den Sternmarsch laufen daher auf Hochtouren, am kommenden Samstag um 13 Uhr sollen im Pfarrhaus in Holzweiler Schilder gebastelt und weiter geplant werden. „Wir würden uns sehr freuen, neue Menschen aus den Dörfern, aus Erkelenz und der Umgebung zu sehen“, sagt Dorothée Laumanns aus Berverath. „Am Samstag gibt es Zeit für Austausch. Uns ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen. Egal, ob schon umgesiedelt wird oder die Leute bis zum Ende kämpfen wollen, alle sind willkommen.“

Aus Kaulhausen, Wanlo, Holzweiler, Berverath, Kuckum/Unterwestrich und Erkelenz zieht der Sternmarsch am 23. März nach Keyenberg, dem Dorf, das nach den Plänen von RWE als nächstes abgebaggert werden soll. „Mit dem Sternmarsch machen wir eine breite Öffentlichkeit auf das Unrecht aufmerksam, das hier geschieht: Menschen werden zwangsumgesiedelt für dem Abbau von klimaschädlicher Braunkohle. Und die Folgen des Klimawandels tragen vor allem auch diejenigen, die wenig dazu beigetragen haben: Menschen im globalen Süden und zukünftige Generationen. Wir solidarisieren uns als Bündnis mit den Schüler*innen von Fridays for future, die für das Klima und unser aller Zukunft kämpfen.“ erklärt Dorothée Laumanns weiter.

Seit Monaten streiken in zahlreichen europäischen Ländern jeden Freitag zehntausende Schüler*innen für Klimagerechtigkeit. Sie fordern ein sofortiges Handeln, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Auch in Erkelenz wollen am 22. Februar Schüler*innen streiken.

Kontakt
Dorothée Laumanns (Berverath): +49 176 20327104
David Dresen (Kuckum): +49 1782334959
Jens Hausner (Pödelwitz): +49 342 9648912
Johanna Winter (Klimagerechtigkeitsbewegung): +49 1578 4697207

„Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Informationen zum Bündnis gibt es unter www.alle-doerfer-bleiben.de

Kuckum. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ ruft für Montag, den 4. Februar um 8 Uhr zu einer Mahnwache im Bereich der Rodungen am Keyenberger und Kuckumer Wald auf. Ziel ist es, die Baumfällarbeiten zu stoppen, die einem Straßenbau durch RWE dienen sollen. Der Kohlekonzern hatte vergangenen Mittwoch mit Rodungen für eine Straße begonnen, die frühestens im Jahr 2027 und nur für den Fall benötigt wird, dass noch weitere Dörfer für den Tagebau umgesiedelt werden. Die Umsiedlungen sind nach den Ergebnissen der Kohlekommission nicht mehr nötig. Das Bündnis wirft RWE vor, das Leben vor Ort „zur Hölle“ zu machen, um die Menschen zur Umsiedlung zu treiben.

„Wir nehmen diese Schikanen durch RWE nicht länger hin!“, sagt Martina Himmelreich aus Keyenberg. „Diese Rodungen sollen uns doch bloß zeigen, dass RWE sich nicht an die Ergebnisse der Kohlekommission halten wird und unsere Dörfer verschwinden sollen. Die haben seit vier Jahren eine Genehmigung, bräuchten die Straße erst in neun Jahren, und fangen ausgerechnet jetzt an, hier Bäume zu fällen und unsere Natur zu asphaltieren?“. Die Straße würde nur benötigt, wenn die Dörfer Keyenberg, Unterwestrich und Kuckum vollständig zerstört würden.

Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ stellt sich mit der Mahnwache den Rodungen in den Weg und will das Faktenschaffen durch RWE verhindern. „RWE muss gestoppt werden!“, so David Dresen aus Kuckum. „Und wenn die Landesregierung diese Zerstörung von Natur und Dörfern nicht verhindert, dann nehmen wir das selbst in die Hand! Kommt zur Mahnwache und unterstützt uns, damit alle Dörfer bleiben!“

Anfahrt und Kontakt
Pressevertreter*innen sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Die Koordinaten für die Anfahrt zur Mahnwache sind 51.089538, 6.403825, Kuckumer Straße, 41189 Mönchengladbach.

Martina Himmelreich, Keyenberg: 0172 2882880
David Dresen, Kuckum: 0178 2334959

„Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Informationen zum Bündnis gibt es unter www.alle-doerfer-bleiben.de

Erkelenz. Während noch über die Bedeutung des Ergebnisses der Kohlekommission gestritten wird, versucht der Kohlekonzern RWE in von Abbaggerung bedrohten Ortschaften im Rheinischen Revier möglichst schnell Fakten zu schaffen: Derzeit schlägt das Unternehmen eine breite Schneise in einen Wald nahe des Dorfes Kuckum am Braunkohle-Tagebau Garzweiler. RWE beabsichtigt dort eine Umgehungsstraße zu bauen, die frühestens in acht Jahren gebraucht wird, und das nur für den Fall, dass die Garzweiler-Dörfer tatsächlich dem Tagebau zum Opfer fallen, was laut einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung durch das Ergebnis der Kohlekommission unnötig ist.

Im ebenfalls bedrohten Keyenberg bohrt der Konzern Pumpen für den Tagebau direkt neben Wohnhäusern, unter dauerhafter Lärm-, Licht- und Schmutzbelästigung. Die Lichtbelästigung in Keyenberg hat nicht nur durch das Bohren der Pumpen einen neuen Höhepunkt erreicht, hinzu kommt dass ein Bagger des Tagebaus Garzweiler so nah am Dorf steht, dass er Wohnhäuser die ganze Nacht hindurch beleuchtet. Bereits am Donnerstag hatte RWE rechtswidrig auf Eigentumsflächen von Dorfbewohnern teilweise lange Gräben und Wälle gezogen. Erst nach Einschalten eines Anwalts stoppte der Konzern die Arbeiten und behauptet, dass es sich um ein Versehen handelte.

„RWE macht uns das Leben zur Hölle! So wollen sie bewirken, dass wir frustriert aufgeben. Aber wir kämpfen weiter und fordern alle Menschen auf, uns zu unterstützen!“ so David Dresen aus Kuckum. „Zudem fordern wir die Landesregierung auf, RWE zu stoppen.“ ergänzt Britta Kox aus dem ebenfalls bedrohten Dorf Berverath.

Antje Gerlach aus Holzweiler, einem Dorf, dem Grubenrandlage droht, schildert ihre Gefühlslage: „Ich bin entsetzt, wütend und traurig darüber, wie mit uns Menschen in den vom Tagebau betroffenen Dörfern umgegangen wird. RWE wird der Kohleausstieg vergoldet und trotzdem zerstören sie weiter und rasend schnell unsere Heimat.“

Auch im Braunkohlerevier des Leipziger Landes müssen die Menschen weiter um ihre Zukunft bangen: „Die sächsische Landesregierung versteht die Ausstiegspläne der Kohlekommission als Einstiegspläne und diskutiert im Landtag allen Ernstes Tagebauerweiterungen, denen die Dörfer Pödelwitz und Obertitz weichen müssten. Das ist ein schlechter Witz und zeigt, wie unzureichend die Ergebnisse der Kommission sind.“ so Thilo Kraneis aus dem bedrohten Pödelwitz.

Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat errechnet, dass die erschlossenen Kohlemengen in den Tagebauen Garzweiler II und Hambach im Rheinland ausreichen, ohne dass Dörfer zerstört werden. Der Beschluss der Kohlekommission zu einer Reduzierung der Kraftwerksleistung um 3,1 GW Braunkohle bis 2022 macht diese Rettung möglich. In der Studie des DIW sind zudem Mindestabstände der Dörfer zur Tagebaugrenze von 1500 Metern einberechnet. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ fordert, dass diese Mindestabstände eingehalten werden.

Kontakt und Hintergrundinformationen

Britta Kox, Berverath: 0152 34330377
David Dresen, Kuckum: 0178 2334959
Allgemeine Fragen zum Bündnis „Alle Dörfer bleiben“: Christopher Laumanns 01577 3395845
DIW-Studie: https://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.612245.de

„Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Informationen zum Bündnis gibt es unter www.alle-doerfer-bleiben.de

Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ verurteilt das am Samstag bekannt gewordene Ergebnis der Kohlekommission scharf. Im Abschlussbericht der Kommission werden der Bundesregierung Milliardenzahlungen an die Kohlekonzerne empfohlen, aber die Zukunft der von Abbaggerung bedrohten Dörfer bleibt ungewiss und die Klimaziele von Paris werden weit verfehlt. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“, in dem vom Kohleabbau betroffene Menschen aller drei deutschen Braunkohlereviere aktiv sind, fordert ein sofortiges Moratorium für Zwangsumsiedlungen sowie eine Garantie der Landesregierungen, dass die Dörfer stehen bleiben werden. In den kommenden Monaten ruft das Bündnis zu großen Protesten auf.

„Aus Sicht der Dörfer ist die Kohlekommission gescheitert“, so Marita Dresen aus Kuckum im Rheinland. „Wir sind verzweifelt und wütend. Wir harren hier schon so lange in Unsicherheit, und jetzt kommt nach all den Verhandlungen bloß raus, dass die Landesregierungen ,gebeten‘ werden mit uns ,in einen Dialog zu treten, um soziale Härten zu vermeiden‘? Dass selbst die NGOs das Ergebnis als ,Einstieg in den Ausstieg‘ feiern, ist uns unbegreiflich. Für uns steht weiterhin alles auf dem Spiel.“ Jens Hausner aus Pödelwitz im Leipziger Revier ergänzt: „Wir müssen weiter bangen, während die Kohlekonzerne in unseren Regionen die Zerstörung vorantreiben und dafür auch noch Milliarden von der Regierung bekommen sollen. Aber wir werden uns dem gemeinsam mit der Klimabewegung in den Weg stellen!“

Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ fordert die Landesregierungen der Kohlereviere auf, ein Moratorium für alle Zwangsumsiedlungen und unerwünschte Vorbereitungsmaßnahmen zu verhängen. „Jeden Tag schafft RWE hier im Rheinland Tatsachen, reißt Infrastruktur ab, setzt Familien unter Druck und treibt einen Keil in die Dorfgemeinschaft. Das geschieht systematisch nach dem Motto, ‚wer nichts mehr hat, will auch nicht bleiben‘. Aber gerade jetzt werden wir bleiben! Wir wissen, dass es eine Chance gibt und wir werden um sie kämpfen“, sagt David Dresen, Sprecher des Bündnisses aus dem Rheinland. Er verweist damit auf eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), welches errechnet hat, dass die Kohlemengen in den Tagebauen Garzweiler II und Hambach ausreichen, ohne dass Dörfer zerstört werden müssen. Der Beschluss der Kohlekommission zu einer Reduzierung der Kraftwerksleistung um 3,1 GW Braunkohle bis 2022 macht diese Rettung möglich. In der Studie des DIW sind zudem Mindestabstände der Dörfer zur Tagebaugrenze von 1500 Metern einberechnet. Das Bündnis fordert, dass diese Mindestabstände eingehalten werden.

„Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als auf die Straße zu gehen“, so David Dresen. „Wir wurden von der Politik alleingelassen. Wir fordern alle auf, die für den Erhalt des Hambacher Waldes demonstrieren gegangen sind, sich jetzt für die Dörfer einzusetzen. Wir stehen unter enormem Druck und wir brauchen Hilfe.“ Am 23. März ruft das Bündnis im Rheinland zum „Sternmarsch“ auf, am 30. März zum Waldspaziergang in der Lausitz, wo das Dorf Proschim weiterhin bedroht ist. „Wir sind viele, und wir werden noch viel mehr, und wir werden uns schützend vor die Dörfer stellen“, so Johanna Winter aus der Klimagerechtigkeitsbewegung. „Das Kommissionsergebnis reicht weder für die Menschen in den Braunkohlerevieren, noch für den internationalen Klimaschutz. Wir geben nicht auf, bis alle Dörfer bleiben!“

Kontakt
Marita Dresen (Kuckum): +49 176 52100570
David Dresen (Kuckum): +49 1782334959
Jens Hausner (Pödelwitz): +49 342 9648912
Johanna Winter (Klimagerechtigkeitsbewegung): +49 1578 4697207

„Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Informationen zum Bündnis gibt es unter www.alle-doerfer-bleiben.de

Erkelenz. Anlässlich der Abschlussverhandlung der Kohlekommission betont das bundesweite Bündnis „Alle Dörfer bleiben“, dass eine sozialverträgliche Zwangsumsiedlung nicht möglich ist. Damit reagiert das Bündnis auf eine Veröffentlichung des Energiekonzerns RWE, laut der Umsiedlungen am Tagebau Garzweiler „sozialverträglich“ und im Interesse der Dorfgemeinschaft seien. Das Bündnis kritisiert diese Darstellung scharf und fordert den Erhalt aller vom Braunkohleabbau bedrohten Dörfer.

„RWE will gegen unseren Willen unseren Ort abreißen. Es ist nicht sozialverträglich, wenn seit Jahrzehnten gezielt Keile zwischen Nachbarn und Freunde getrieben werden, um Widerstand zu verhindern. Unsere Dorfgemeinschaft wird systematisch zerstört.“ sagt Britta Kox aus Berverath. Für ältere Menschen ist die Situation sogar lebensbedrohend: „Ich möchte lieber sterben als mit ansehen zu müssen, wie mein Haus, meine Heimat und meine gesamte Vergangenheit vernichtet werden.“ so Marlene Kopp (81) aus Kuckum.

Marita Dresen aus Kuckum fügt hinzu: „Unabhängig davon, dass ich mein Zuhause nicht aufgeben werde, ist es eine bodenlose Frechheit zu behaupten, die Umsiedlung sei in irgendeiner Weise sozialverträglich. Ich lebe mit meiner gesamten Familie auf einem 15.000qm großen Bauernhof, auf dem wir Hühner und Pferde halten. RWE bietet mir im neuen Ort ein winziges Grundstück mit max. 2.000qm und besitzt auch noch die Dreistigkeit zu behaupten, dass wir unsere Tiere ja wohl abschaffen könnten – es sei schließlich nur ein Hobby.“

Auch die Bewohner der Grubenranddörfer klagen über mangelnde Sozialverträglichkeit. „Die geplanten Tagebau-Abstände von 100m in Wanlo und 80m in Kaulhausen sind eine Zumutung. Die Anwohner sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einem Industriebetrieb ausgeliefert, für den es keinerlei Grenzwerte zu Lärm- und Lichtemissionen gibt. Immobilien erleiden einen immensen Wertverlust, denn wer will schon direkt neben so einem Drecksloch wohnen?“ fragt Birgit Cichy aus Wanlo.

„Zwangsumsiedlungen sind nicht sozialverträglich und das Weltklima verhandelt nicht. Deshalb darf die Kohlekommission – und insbesondere die Umweltverbände darin – nur dann Beschlüsse fassen, wenn sie den Pariser Klimazielen entsprechen sowie den Erhalt der bedrohten Dörfer, des Hambacher Waldes und deutlich höhere Abstände zu den Grubenranddörfern beinhalten.“ so Christopher Laumanns, der über die Klimagerechtigkeitsbewegung bei „Alle Dörfer bleiben“ aktiv ist.

Die Kritik von „Alle Dörfer bleiben“ wird untermauert durch das Urteil des OVG Münster zum Rodungsstopp im Hambacher Wald. Darin wurde festgehalten, dass weder RWE noch das Land NRW in der Lage sind darzulegen, dass die Braunkohleverstromung für die Energiesicherung Deutschlands überhaupt noch notwendig ist.

Pressekontakte
Britta Kox, Berverath: 0152 34330377
Marita Dresen, Kuckum: 0176 52100570
Birgit und Andreas Cichy, Wanlo: 02166 127228
Christopher Laumanns: 01577 3395845

Weitere Informationen
Statement von Kommissionsmitglied Antje Grothus zu dieser Pressemitteilung
Stellungnahme der „Interessengemeinschaft Umsiedlung“ zum Tätigkeitsbericht der Umsiedlungsbeauftragten des Landes NRW

Alle Dörfer bleiben“ ist ein deutschlandweites Bündnis, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Informationen zum Bündnis gibt es unter www.alle-doerfer-bleiben.de

Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“ und die Kampagne „Kirchen im Dorf lassen!“ rufen für Sonntag, den 6. Januar ab 9 Uhr zu einer Mahnwache vor der St.-Lambertus-Kirche in Erkelenz auf. Anlass ist der erste Jahrestag der Zerstörung des Immerather Doms, welcher am 8. Januar 2018 vom Energiekonzern RWE abgerissen wurde. Sie protestieren damit auch gegen den Abriss weiterer Kirchen und Dörfer, die in den nächsten Jahren den Braunkohle-Tagebauen zum Opfer fallen sollen. Für die kommenden Monate sind weitere Protestveranstaltungen angekündigt.

„Über den Abriss der Kirchen in Keyenberg und Kuckum und der Kapelle in Berverath wird hier in der Pfarre in Erkelenz entschieden“, sagt Birgit Cichy vom Bündnis Alle Dörfer Bleiben. „Und deshalb werden wir Sonntag zur Messe auch dort protestieren, denn die Pfarre muss Verkauf und Entwidmung der Gotteshäuser stoppen. Wir bitten die Gemeindemitglieder, uns zu unterstützen, unsere Petition zu unterzeichnen und auf Bischof Dr. Dieser sowie Pfarrer Rombach einzuwirken, den entsprechenden Anträgen nicht zuzustimmen.“

„Die Kirchen sind Mittelpunkt der Dörfer. Seit Jahrhunderten prägen sie das Ortsbild, sind zentraler Treffpunkt und sichern den sozialen Zusammenhalt. Ihre Zerstörung trifft uns ins Herz. Viele Menschen aus den umliegenden Dörfern fahren nicht mehr nach Immerath, seit der Dom dort abgerissen wurde, sie ertragen den Anblick nicht. Es ist eine Schande, wie die Braunkohle unsere Gemeinden auseinander reißt. Wir sollen nicht nur unsere Häuser verlieren, sondern auch unsere Geschichte und Identität. Und das alles nur für die Profite von RWE“, beschreibt David Dresen aus Kuckum.

Im Anschluss an die Protestaktion mit Redebeiträgen und Gesang soll ein Trauerkranz niedergelegt werden, dazu wird über Lautsprecher das Vollgeläut des Immerather Doms erklingen.

Die Kampagne „Kirchen im Dorf lassen“ hatte sich als Reaktion auf den Abriss des Doms gegründet, um die verbleibenden Bauwerke in den von Abbaggerung bedrohten Dörfern zu schützen. Mit einer Petition appelliert sie an die katholische Kirche, den Verkauf und die Entwidmung der Kirchen zu verweigern. So könnten sich die Prozesse zum Abriss der Dörfer verlangsamen und auch auf etwaige Ergebnisse der Kohlekommission in Berlin gewartet werden. „Kirchen im Dorf lassen“ wird unterstützt von den Katholikenräten der Regionen Düren und Mönchengladbach, dem Institut für Theologie und Politik, dem Diözesanrat im Bistum Aachen sowie der Initiative „Kreativ gegen Kohle“. Der Apell ist keine Online-Petition mit gigantischen Unterschriftenzahlen. 1.653 Unterschriften haben die Aktiven bis jetzt in Handarbeit gesammelt. Weder der Bischof von Aachen noch der Erzbischof waren bisher bereit, diese Unterschriften persönlich entgegenzunehmen.

Der Widerstand am Tagebau Garzweiler gegen den Abbau der Braunkohle und die Zerstörung von Dörfern, Wäldern und Kirchen für die Wirtschaftsinteressen des Kohlekonzerns RWE wächst. Anfang Dezember gründeten Anwohnende der Dörfer, die von Zwangsumsiedlung für den Braunkohleabbau sowie Grubenrandlage betroffen sind, das überregionale Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“. Gemeinsam wollen die Menschen aus den drei deutschen Braunkohlerevieren Rheinland, Lausitz und Leipziger Land mit Aktiven aus der Klimagerechtigkeitsbewegung für den Erhalt ihrer Dörfer kämpfen

Als nächste große Protestaktion ist am Samstag, den 23. März ein Sternmarsch im Gebiet Garzweiler geplant. Startpunkte sind Erkelenz sowie die von Zerstörung oder Grubenrandlage bedrohten Ortschaften Kuckum, Berverath, Wanlo, Holzweiler und Kaulhausen. Ziel ist Keyenberg, das als nächstes dem Tagebau weichen soll. „Wir werden zusammenkommen und uns schützend vor Keyenberg stellen“, so Johanna Winter aus der Klimagerechtigkeitsbewegung. „Unsere Proteste sind ein Zeichen, dass kein Dorf alleine gelassen wird und wir Zwangsumsiedlung und Zerstörung nicht mehr geschehen lassen werden.“

Pressekontakte und weitere Informationen

Vom Braunkohle-Bergbau Betroffene:
David Dresen (Kuckum): +49 1782334959
Birgit Cichy (Wanlo): +49 2166-127228

Aus der Klimagerechtigkeitsbewegung:
Johanna Winter: +49 1578 4697207

Webseite „Kirchen im Dorf lassen“ mit Unterschriftenlisten zum Download

Keyenberg, Pödelwitz, Proschim. „Alle Dörfer bleiben!“, so lautet der Name und die zentrale Forderung des neuen, deutschlandweiten Bündnisses, in dem Betroffene aller Braunkohle-Reviere und die Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung kämpfen. Noch während der Verhandlungen der Kohlekommission in Berlin kündigen sie an, gemeinsam für den Erhalt aller Dörfer und Siedlungen in den drei Braunkohleregionen Rheinland, Leipziger Land und Lausitz einzutreten.

Wir schließen uns zusammen, tragen unseren Protest auf die Straßen und setzen uns dafür ein, dass unsere Dörfer lebenswert bleiben, statt für den Braunkohleabbau zerstört zu werden“, so David Dresen aus Kuckum im Rheinland. Karin Noack aus Proschim in der Lausitz ergänzt: „Unsere Dörfer sind über Jahrhunderte gewachsen und können nicht ersetzt werden. Schon jetzt bürden wir den nächsten Generationen mit den Folgen der Braunkohle eine Menge auf. Jetzt noch weitere Dörfer zu zerstören ist nicht akzeptabel.“ Jens Hausner, Tagebau-Betroffener aus dem sächsischen Pödelwitz weiter: „Sogar die Kirchen werden abgerissen, und die Bauern verlieren ihre Höfe. Und all das nur, damit die Kohlekonzerne mehr Gewinn machen. Es reicht, wir nehmen das nicht hin. Wir kämpfen mit den Menschen in den anderen Revieren dafür, dass alle Dörfer bleiben.“

Für die nächsten Wochen und Monate sind Protestaktionen und eine Stärkung der Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen und Gruppen in den Braunkohlerevieren geplant. Am 1. Dezember wird das Bündnis bei den Demonstrationen für einen Kohleausstieg in Köln und Berlin vertreten sein und am 23. März 2019 lädt „Alle Dörfer bleiben!“ zu einem Sternmarsch der Dörfer im Raum Garzweiler im Rheinland ein.

„Die Kohlekommission tagt derzeit in Berlin und hat die Möglichkeit, einen schnellen Ausstieg aus der Kohle zu beschließen, um die Dörfer und Landschaften zu schützen und zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze beizutragen“, so Johanna Winter, die in der Bewegung für Klimagerechtigkeit aktiv ist. „Doch die Industrie-Lobbyisten in der Kommission mauern. Bei einem schlechten Ergebnis sind sie verantwortlich für die Zerstörung von Wohnort, Gemeinschaft und Geschichte tausender weiterer Leute hier in Deutschland, und für die Vernichtung der Lebensgrundlagen von noch mehr Menschen in den Ländern des Globalen Südens, die heute schon die Folgen der Klimakatastrophe erfahren müssen.“

Das Bündnis geht aus einer Gruppe von Betroffenen des Tagebaus Garzweiler im Rheinland hervor, denen Zwangsumsiedlung oder Grubenrandlage drohen, sowie Aktiven der Bewegung für Klimagerechtigkeit. Die Gruppe hatte in Kooperation mit dem Klimacamp im August eine Veranstaltungsreihe rund um den lokalen Widerstand gegen die Braunkohle organisiert. Nach den erfolgreichen Protesten im Hambacher Wald initiierte sie gemeinsam mit dem Naturführer Michael Zobel, der in den vergangenen Jahren zigtausende Menschen durch den Wald führte, die „Dorf- und Waldspaziergänge“ im Raum Garzweiler. Bereits am ersten Termin im Oktober kamen nach kurzfristiger Ankündigung über 900 Menschen in das von der Abbaggerung bedrohte Keyenberg.

Auch im Leipziger Revier rund um das Dorf Pödelwitz hat sich im letzten Jahr der Widerstand verstärkt, denn hier plant der MIBRAG-Konzern sogar eine Tagebauerweiterung. Die Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“ lud dort das „Klimacamp Leipziger Land“ in ihr malerisches, im Prozess der Umsiedlung befindliches Dorf ein. Über 1000 Menschen folgten dem Aufruf und lebten 10 Tage lang Seite an Seite mit den Anwohnenden – man feierte ein Dorffest, es gab zahlreiche Bildungsveranstaltungen und auch ungehorsame Protestaktionen.

Mehr Informationen über das Bündnis, den Aufruf und Informationen zu den vom Abriss bedrohten Dörfern sind auf der Website www.alle-doerfer-bleiben.de zu finden.

Pressekontakte
Vom Braunkohle-Bergbau Betroffene:

Rheinland:
David Dresen (Kuckum): +49 1782334959
Birgit und Andreas Cichy (Wanlo): +49 2166-127228

Leipziger Land:
Jens Hausner (Pödelwitz): +49 342 9648912

Lausitz:
Karin Noack (Proschim): +49 151 58857609

Aus der Klimagerechtigkeitsbewegung:
Johanna Winter: +49 1578 4697207
Christopher Laumanns: +49 1577 3395845