Alle Dörfer bleiben

Holzweiler

Holzweiler ist ein Dorf im östlichen Gebiet der Stadt Erkelenz. Seit 1972 bildet es einen Stadtteil von Erkelenz. Da hier mehrere Seilereien existierten, wird Holzweiler auch Seilerdorf genannt. Zu dem Dorf gehören auch drei einzelliegende Höfe: der Roitzerhof, der Eggerather Hof und der Weyerhof.

Holzweiler gehörte von Anfang an zum geplanten Abbaugebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler II und sollte ebenfalls umgesiedelt werden.

Im März 2014 hat dann die damalige Landesregierung unter Hannelore Kraft (SPD) – für alle Bewohner des Ortes überraschend – angekündigt, den Tagebau Garzweiler II so verkleinern zu wollen, dass Holzweiler bestehen bleiben kann. Dazu war im Herbst 2014 ein Prozess gestartet worden, in dem eine politische Leitentscheidung zur Energie- und Braunkohlenpolitik in NRW nach dem Jahr 2030 erarbeitet wurde. Der endgültige Beschluss hierzu erfolgte in 2016.

Damit hatte Holzweiler endlich Klarheit über seine Zukunft erhalten. Jetzt ging und geht es aktuell darum, die Lebensqualität des Dorfes zu sichern, bzw. wieder herzustellen.

Lebensqualität in Holzweiler kann aber nur dann gewährleistet werden, wenn der Abstand zum Tagebau möglichst groß ist und Holzweiler nicht zur Halbinsel wird. Denn das ist der neue Plan der Landesregierung: Holzweiler von drei Seiten mit dem Bagger einzukreisen.

Um diese Perspektive abzuwenden bzw. Alternativen hierzu aktiv mitzugestalten hat sich zwischenzeitlich die Gruppe „Wir in Holzweiler“ gebildet, durch welche die anfänglich noch aktive „Perspektive für Holzweiler“ abgelöst wurde. In der neuen Gruppe sind viele Holzweiler aktiv, die sich u.a. in einzelnen Projektgruppen dafür einsetzen, dass es wieder lebendig wird im Dorf.

Es gibt derzeit die folgenden Projektgruppen:

  • Projektgruppe Tagebaurand
  • Projektgruppe Bergschäden
  • Projektgruppe Dorfladen/Dorfcafé
  • Projektgruppe Kanal und Gas

Wir in Holzweiler hoffen darauf, dass die geplante Insellage von Holzweiler gestrichen wird und die Tagebaurandgrenze soweit wie möglich von unserem Ort weg und die L19 von Kückhoven nach Erkelenz erhalten bleibt. Unser Wunsch wäre, dass es einen Wald statt Wall gibt, der Holzweiler vom Tagebau trennt und einen Grüngürtel, der das Dorf umschließt.

Und natürlich, dass die Entscheidung, dass der Eggerather Hof, der Roitzerhof und der Weyerhof dem Tagebau weichen müssen, zurückgenommen wird. Die Höfe gehören zu Holzweiler!

Nur unter all diesen Voraussetzungen hat Holzweiler eine lebenswerte Zukunft.

Autorin: Sabine Hollax